Sehnsucht, Ferne und Meer stehen im Mittelpunkt des mittlerweile siebten Schulhaussingens am Samstag, 28. Februar, im Ramsthaler "Haus erLebenskunst". Ab 19.30 Uhr können sich die Besucher aber auch Lieder wünschen, die bei den bisherigen Singabenden gespielt wurden. "Wir haben ja mittlerweile einen ziemlich großen Grundstock", blickt Initiator Dieter Schneider auf Programme mit Schlagern, Beatles-Hits und Volksliedern zurück.

Zahlreiche Besucher

Warum das Schulhaussingen so erfolgreich ist? "Es ist ein menschliches Grundbedürfnis, etwas gemeinsam und in der Gruppe zu machen", ist sich der Ramsthaler Dieter Schneider sicher. Diese Rückmeldung bekomme er immer wieder von den zahlreichen Besuchern. Selbst in Zeiten von Facebook und anderen sozialen Netzwerken komme das gemeinsame Singen gut an.
Dieter Schneider kam die Idee für das Schulhaussingen bereits kurz nach der Einweihung des Hauses erLebenskunst in der ehemaligen Ramsthaler Schule im Jahr 2013. Gleich im Herbst steuerte er für das Programm des neuen Kulturvereins einen Liederabend bei. "Damals war ich noch allein, und wir haben vor allem englische Lieder gesungen", erzählt der 51-Jährige.

"Da kommt viel mehr zurück"

Dieter Schneider hat früher zum Teil Feiern mit Unterhaltungsmusik untermalt. Gelernt hat der 51-Jährige zunächst Schlagzeug, später kamen Gitarre und deren kleine Verwandte, die Ukulele, dazu. Das Schulhaussingen sei mehr als der Versuch, andere einfach nur zu unterhalten: "Da kommt einfach viel mehr zurück, die Leute singen sofort und spontan mit", berichtet er über sein ehrenamtliches Engagement.
Nach der Premiere 2013 kam zum Jahresende 2013 das erste Adventssingen dazu. Weil die deutschen Lieder besser ankamen, standen beim Schulhaussingen im Frühjahr 2014 traditionelle deutsche Volkslieder im Mittelpunkt. Beim nächsten Termin wurde es dann wieder englisch: Ein kompletter Abend ausschließlich mit den Hits der Beatles kam ebenfalls gut an. Und im vergangenen Herbst schmetterten die Besucher dann deutsche Schlager aus fünf Jahrzehnten mit.

Weitere Hobby-Musiker

Im Laufe der Zeit kamen weitere Hobby-Musiker dazu: Aus "Dieter und Freunde" wurde die "Sing- und Instrumentalgruppe der erLebenskünstler", zum harten Kern gehören neben Schneider Leni Hesselbach-Wüscher, Gabi Reusch-Ach terath, Gabi Schaub, Andreas Keßler und Alex Sell.
Aber die Truppe ist offen für alle: "Jeder, der etwas dazu beitragen will, ist herzlich willkommen." Dabei gehe es nicht um musikalische Höchstleistungen: "Es muss nicht perfekt sein, es soll einfach Spaß machen", gibt Dieter Schneider als Motto für das Schulhaussingen aus.
Und das ist auch bei den Proben zu merken: Wer mag, kommt vorbei, es besteht kein Zwang, und vor allem wird viel gelacht.
Auf der Suche nach einem neuen Programm kam der 51-Jährige auf die Lieder rund um Meer und Sehnsucht. Deshalb spielt die Sing- und Instrumentalgruppe seit einigen Wochen Lieder wie "La Paloma", "Ein Schiff wird kommen" oder "Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehen" ein. Für den Fall, dass das Thema den ein oder anderen nicht zum Mitsingen animieren könnte, stehen aber ausdrücklich Wunschlieder in der Ankündigung.
Vom Udo-Jürgens-Schlager bis zum Beatles-Hit können sich die Besucher also alles wünschen. Das Konzept geht auf: "Es kommen immer wieder neue Leute dazu", hat Schneider in den vergangenen eineinhalb Jahren eine stetig wachsende Zahl an Besuchern festgestellt. Das habe auch etwas mit dem Boom der Wirtshaussingen landauf, landab zu tun, auch wenn es in der Alten Schule meist etwas gesitteter zugeht: "Die typischen Wirtshauslieder sind meist etwas deftiger", weiß Schneider. Auch die singe er gerne, in der Alten Schule sind aber auch Kinder und junge Familien mit von der Partie.
Und die Idee, den Abenden immer wieder ein neues Motto zu geben, reizt Dieter Schneider einfach viel mehr, auch wenn es aufwendiger ist, aber bei seinem Hobby zählt Schneider keine Stunden: "Selbst die Proben machen mir immer schon richtig Spaß."