"Die Veranstaltung wurde sehr gut angenommen", freut sich die OGV-Vorsitzende Inge Schipper-Telger, die mit ihrem Vorstand den Tauschmarkt organisierte. "Auf diese Idee ist in unserer Umgebung noch niemand gekommen", wundert sie sich ein wenig - denn die nächste Grüntauschbörse existiert in Münnerstadt.

"Die Initiative ist unserem Vorstandsmitglied Udo Ginalski zu verdanken, der mehrere Sorten Tomatenpflanzen hat, die er gegen andere Sorten eintauschen wollte", verrät die Vorsitzende. "Dem Vorstand gefiel die Idee und ich habe in Münnerstadt angerufen, wo seit mehreren Jahren eine Tauschbörse besteht", fügt sie hinzu.
Vor dem Feuerwehrhaus stellten die Mitglieder ihr Grün zur Schau. Jeder brachte etwas mit und die Biertische waren schnell gefüllt mit Ablegern, Jungpflanzen und Samen, die in Töpfen, Gläsern und teils in Joghurt-Bechern präsentiert wurden. Freilich geht nichts ohne Essen und Trinken: Wildschwein-Bratwürste und Limonade waren schnell organisiert - und verkauft.

Viele Fachgespräche

Die Tauschbörse war auch beliebter Anlass für "Fachgespräche" und Austausch anderer Neuigkeiten. Wer kein Grün zum Tauschen dabei hatte, trotzdem aber ein Pflänzchen wollte, der zahlte kurzerhand mit einer kleinen Spende. Selbstredend hatten die Gartler auch für Fachliteratur gesorgt. Wer nicht gerade über einen "grünen Daumen" verfügt, vor einer floristischen Neuheit stand oder spezielle Wünsche hatte - "ich brauche was für den Schatten" - konnte hier nachschlagen.

Wer glaubt, Interessierte waren mit zwei oder drei kleinen Töpfen gekommen - die gab es zwar auch - , der irrt. Wolfgang Jachmann schwor sich angesichts des "Runs": "Nächstes Jahr komme ich mit meinem Traktor samt Anhänger voller Pflanzen".

Da war ihm das Ehepaar Beate und Manfred Brunner voraus. Sie kamen mit einem Van, dessen Ladefläche voller Paletten mit Jungpflanzen standen. "Ich pflanze Paprika, Tomaten, Chilli und Melonen im Wintergarten, pikiere sie dann und ziehe sie im Gewächshaus. Heuer vom Wetter begünstigt, gab es fast keine Ausfälle, normalerweise gehen rund die Hälfte ein. Deshalb habe ich so viel zum Eintauschen", so der Hobbygärtner Brunner.


Am liebsten hätte er Nutzpflanzen

Auf der Tauschbörse suchte er "Außergewöhnliches, das ich noch nicht habe, am liebsten Nutzpflanzen". Der Untererthaler ist "absolut kein Tauschprofi und erstmals auf solch einer Börse". Vielleicht versucht er es ja mal mit dem Samen vom "Schnee auf dem Berg", eine weißblühende Pflanze, "die ähnlich wie ein Edelweiß aussieht - von der kaum einer so richtig Kenntnis hatte.

Der Obst- und Gartenbauverein richtet am 21. Juni das Johannisfeuer aus und lädt am 28. 6. zu einer Kräuterwanderung ein.