Die Teilnehmer sind überrascht, wie gut das Manöver funktioniert hat. Beide Hände fest am Lenker, dieses beherzt nach links oder rechts drehen und wieder aufmachen: So haben sechs ältere Fahrer einer nach dem anderen ihre Autos durch eine Slalomstrecke gesteuert. Nun stehen sie in der Gruppe zusammen und sind um ein Aha-Erlebnis reicher.

Beim Lenken ist man normalerweise versucht umzugreifen, meint Helma Schaub. Doch diese Gewohnheit hilft beim schnellen Ausweichen in Gefahrensituationen nicht weiter. Das sollte die Übung deutlich machen.

Sie ist Teil eines speziellen Kurses, den die Gebietsverkehrswacht Hammelburg für Senioren organisiert hat. Der Kurs besteht aus Theorie und Praxis. Die Polizisten Hubert Koch und Ralf Peter stellen den zwölf Teilnehmern zunächst die Neuerungen im Straßenverkehr vor. Die Senioren interessieren sich dabei besonders für die Vorschriften beim Kreisverkehr.

Im Praxisteil begleiten Michael Gehring und Sabine Gehring eine Gruppe einzeln bei einer kurzen Fahrt rund um Hammelburg. Die beiden Fahrlehrer geben auf der Strecke Empfehlungen.

Die andere Gruppe bereitet Karlheinz Franz an der Erdfunkstelle, an einem von der Gemeinde Fuchsstadt noch extra gereinigten Stichweg, auf die Slalomstrecke vor. Der Vorsitzender der Hammelburger Gebietsverkehrswacht zeigt den Teilnehmern die richtige Sitzposition. Denn gutes Fahren beginne mit der richtigen Sitzstellung, wie Franz erklärt. Die Teilnehmer dürfen danach nicht nur Slalomfahren, sondern auch einige Vollbremsungen üben.

"Häufig wird zu zaghaft gebremst", berichtet Franz nach dem Kurs von seinen Erfahrungen. So habe eine Teilnehmerin erst bei der Bremsübung gemerkt, dass ihr Auto ABS habe. Auch sei das Erstaunen groß gewesen, wie viele Rechts-vor-links-Straßen es in Hammelburg gibt.

Der Kurs sei von den Senioren sehr dankbar angenommen worden. Die nächsten Termine sind bereits ausgebucht. Der Bedarf ist groß. Daher wird das Training wohl nicht nur in Hammelburg regelmäßig angeboten werden, sondern auch bayernweit eingeführt.

Der erste Kurs gehört zu einem Pilotprojekt: Die Hammelburger Gebietsverkehrswacht testet mit zwei weiteren bayerischen Gebitsverkehrswachten das Trainingsprogramm für die Landesverkehrswacht Bayern. Demnächst berichten die Gebietsverkehrswachten auf einer Versammlung von ihren Erfahrungen. Danach soll das Fahrtraining für Senioren bayernweit angeboten werden. Vorbild ist Niedersachsen, wo es das Übungsprogramm für Senioren schon gibt, wie Franz erklärt.

Die Hammelburger Gebietsverkehrswacht hatte sich für die Pilotphase beworben, "weil uns wichtig war mitzuentscheiden", sagt der Vorsitzende. Nach seiner Einschätzung hat sich der Kurs bewährt.