Musik überwindet auch Extrem-Temperaturen. Allerdings schmilzt die Zuhörerschaft mit den steigenden Hitzegraden, wie sich beim Gartenfest der Stadtkapelle - dem musikalischen Flaggschiff der Saalestadt - zeigte. Wie alle Freiluft-Veranstaltungen litt auch dieses Konzert unter der Hitze. "Es kam, wer kommen musste, beispielsweise wegen der Kinder und Jugendlichen", formulierte es Dirigentin Christine Huppmann etwas bedauernd. Denn wer nicht "musste", zog kühle Räume vor. Anwesende suchten Schutz unter den schattigen Kastanien des Areals. Die von der Sonne beschienenen Gartengarnituren blieben unbesetzt.
Das änderte sich allerdings in den Abendstunden. Bei sinkenden Temperaturen kamen die Freunde der Blasmusik in die Gänge. Das Unterfränkische Seniorenblasorchester machte es vor. Die Gäste genossen den Abend an der kühlenden Saale teils bis in die tiefe Nacht. Die Böhmische Blasmusikgruppe eiferte ihnen am Sonntagabend nach ebenso wie die Stadtkapelle in ihrer "großen Besetzung" am Montag, an dem sich eine stattliche Zahl von Blasmusikfreunden einfand.

Stimmungsvoll am Abend

Das Gartenfest, Zusammenschau der Leistungsfähigkeit, war gerettet. Das fanden auch zwei "Spätheimkehrer" toll, die eigentlich zum Gymnasium-Treffen in der Saalestadt angereist waren. "Klasse, dass es so etwas noch gibt", meinte Uli Schlereth, ein gebürtiger Hammelburger, den es nach München trieb. Berthold Gabel, in der Rienecker Straße geboren, schwärmt von den alten Kastanien, unter denen er saß. Rund vier Jahrzehnten im "Ruhrpott" beheimatet, erinnert er sich: "Mensch unter diesen Bäumen habe ich noch als Kind gespielt und Maikäfer gefangen."
Nicht gerade das große Los gezogen hatten die Jugendbläserklassen, dirigiert von Jürgen Kunkel, die Kinder der musikalischen Früherziehung, unter Leitung von Birgit Kessler, die Erwachsenenbläserklasse "Luftikus", die Jugendkapelle aus Oberleichtersbach, Leitung Christoph Emmerth sowie die gemeinsame Jugendblaskapelle aus Unter-, und Obererthal und Diebach, die Helmut Schäfer führte. Ihnen oblag es, den Sonntag bei schwülen 35 Grad musikalisch zu gestalten. Die jüngsten Besucher bevorzugten zu dieser Tageszeit das "Fischfangbecken", ein Wasserbassin im Schatten, in dem sie toben und "angeln" konnten.
Die Stadtkapelle ist auf ihren Nachwuchs bedacht. Ihm gönnte sie neben dem harten Proben-Wochenende auf dem Bauersberg, bei dem sie sich speziell auf den Auftritt beim Landesmusikfest in Alzenau und bei der dortigen Landesgartenschau vorbereiteten, auch einen abenteuerlichen Besuch im Kletterwald von Heigenbrücken. "Ein toller Spaß", wie Jürgen Kunkel bestätigte. Am Montagabend zog das Organisationskomitee die Gewinner der Tombola, die die Stadtkapelle zu ihrem Gartenfest ausschreibt. Der erste Preis fiel dabei an die Hammelburgerin Frieda Assmann.
Für den Rest des Jahres haben sich Hammelburgs Musiker noch einiges vorgenommen. So findet am Samstag, 26. September, der "Böhmische Herbst" im katholischen Pfarrzentrum statt, im November vertritt die Stadtkapelle Hammelburgs Farben beim Kurkonzert in der Bad Kissinger Wandelhalle. Ihr Weihnachtskonzert präsentiert sie am Sonntag, den 13. Dezember, in der Stadtpfarrkirche.