Das Thema globale Gerechtigkeit beschäftigt Michaela Drescher schon lange. "Schon seit 20 Jahren." So hatte sie die Idee, mit ihrem P-Seminar Religion für das Frobenius-Gymnasium das Siegel Fair-Trade-School anzustreben. Nach rund einem Jahr Projektarbeit ist das nun gelungen.

Bei einer Feier in der Aula konnte Schulleiter Helmut Schreiner die Urkunde entgegennehmen. Er dankte allen, die mitgeholfen hatten, und sagte: "Das Siegel wird uns in Zukunft in die Pflicht nehmen, beim Konsum auf Fair-Trade-Produkte zu achten."

Seit 2014 ist Hammelburg Fair-Trade-Stadt. Der Titel sei nicht nur ein Schmuckstück, sondern ebenso ein Aushängeschild, erklärte Bürgermeister Armin Warmuth (CSU). Er hatte für die Schüler einen Ball dabei, der unter fairen Bedingungen und ohne Kinderarbeit produziert wird. Jede der Schule in Hammelburg bekommt einen solchen Ball, um für den gerechten Handel zu werben.

Die Urkunde für das Gymnasium überreichte Shiloe Mokay in Vertretung für Transfair, die Organisation, die die Zertifikate verwaltet. Mokay ist Eine-Welt-Promotorin für Unterfranken im Eine Welt Netzwerk Bayern. Das Frobenius-Gymnasium ist die 97. Fair-Trade-Schule im Freistaat. Im Landkreis Bad Kissingen dürfen sich erst drei Schulen mit dem Siegel schmücken.


Der Einkauf entscheidet

"Wir können jeden Tag mit dem Einkaufswagen entscheiden", sagte Mokay. Man müsse sich Gedanken machen, unter welchen Bedingungen Waren hergestellt werden.

Für die Auszeichnung musste das Gymnasium fünf Kriterien erfüllen. Die Schule musste zum Beispiel ein Team bilden, das Thema gerechter Handel im Unterricht vertiefen und verschiedene Aktionen starten. So gab es zum Beispiel bei Veranstaltungen Verpflegung mit Fair-Trade-Produkten.

Weitere Aktionen sind geplant. Drescher will den Fair-Trade-Gedanken noch weiter im Schulalltag verankern. Schließlich wird in zwei Jahren überprüft, ob das Gymnasium die Kriterien noch erfüllt und den Titel weiter behalten darf.

Die SMV hat Fair-Trade als Jahresthema auserkoren. In der Projektwoche am Ende des Schuljahres soll es ein Frühstück mit fairen Produkten geben. Ein Imbiss für alle Schüler am Ende der Feier gab einen Vorgeschmack darauf. Zudem gab es noch ein Quiz mit Preisen aus dem Fair-Trade-Sortiment und Gutscheinen für den Hammelburger Weltladen.

Das Fair-Trade-Team will in dem Schuljahr erreichen, dass für das Abi-T-Shirt ein Produkt aus fair gehandelter Wolle gewählt wird. Aber da müsse bei einigen Schülern noch Aufklärungsarbeit geleistet werden, erklärte Drescher auf Nachfrage.