Friedhöfe sind keine gewinnbringenden Einrichtungen für die Kommunen. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates Wartmannsroth recht deutlich. Nicht nur, dass der örtliche Rechnungsprüfungsausschuss bei der Jahresrechnung 2015 eine fünfstellige Unterdeckung feststellte. Auch die Resonanz der Bürger auf die Flächenplanung mit Stilllegungen in den Friedhöfen der Gemeinde ließ Bürgermeister Jürgen Karle dieses Thema erneut auf den Tisch bringen.


Gräber haben Bestandsschutz

"Ich habe die emotionale Seite unterschätzt", sagte Karle. Langjährigen Familiengräbern sei doch ein Bestandsschutz zu gewähren, zog er sein Fazit aus den Rückmeldungen der Bürger. "Nur aufgegebene Gräber fallen weg". Hinsichtlich der Nutzung von Stilllegungsflächen gab es unterschiedliche Meinungen, wie sich erst jetzt herausstellte. Während Markus Kurz und Joachim Lutz die Umgestaltung von diesen freien Flächen und Ecken in den Friedhöfen vor Augen hatten, wies Karle auf den Beschluss des Gemeinderates hin, in dem davon nicht die Rede sei.
Nach dem kommunalen Abgabegesetz seien Friedhofsgebühren eine kostendeckende Einrichtung, bestätigte Verwaltungsleiter Daniel Görke. Die Gemeinde habe aber das Satzungsrecht. Wie hoch die Friedhofsgebühren ausfallen, das soll nach einer jetzt anstehenden Kalkulation ermittelt werden.
Denn zukünftig könne statt nach Fläche der Grabgröße besser nach Grabplätzen (Särge) abgerechnet werden, schlug Karle vor. Fast 2000 Grabstellen gebe es im Gemeindebereich. Weiterhin seien Erd- und Urnenbestattungen vorgesehen, aber je nach Art zu gleichen Gebühren. Gesondert werde die Nutzung der Leichenhäuser abgerechnet. Langfristiges Ziel sei es, durch Verringerung der Grabstellen Kosten zu sparen, so Karle.


Einsparpotenzial

Michael Zeller, Vorsitzender des örtlichen Rechnungsprüfungsausschusses, nannte noch weitere Einsparmöglichkeiten. Dabei ging es zum Beispiel auch um unrentable Mietobjekte und Stromrechnungen. Das Haushaltsvolumen betrug in Einnahmen und Ausgaben für 2015 jeweils sieben Millionen Euro.
Lang war die Liste der Wünsche und Anträge aus den Bürgerversammlungen, zu denen Karle Stellung nahm. Darunter waren der HotSpot für Heiligkreuz, die Bauplatz-Nachfrage in Wartmannsroth, das Gemeinschaftshaus und die Dorferneuerung in Völkersleier, die marode Ortsdurchfahrt von Waizenbach, das Stauwehr in Windheim und die Folgen einer möglichen Südlink-Trasse in Schwärzelbach und in Dittlofsroda. "Es gab aber keine fundamentalen Probleme", stellte Karle fest.
Nur unter der Auflage der landwirtschaftlichen Nutzung stimmten die Räte einer naturschutzrechtlichen Erlaubnis für die Errichtung einer Gerätehalle im Außenbereich von Völkersleier zu. Die Stromleitung zwischen Heckmühle und Detter im Schondratal wird unterirdisch verkabelt. Dem Antrag des Bayernwerks stimmten die Räte zu.


Keine Einwände

Gegen das Gewerbegebiet "Buchgrund" (Weißenbach/Gemeinde Zeitlofs) hatten die Räte nichts einzuwenden. - 50 Cent pro Einwohner sollen wieder als Zuschuss an die Caritas-Sozialstation gehen. Die Räte dankten dem Bayernwerk für die Spende über 1000 Euro, die dem Schwärzelbacher Kindergarten zugute kommt.