Wenn alle Anschnallgurte festgezogen sind, die Haube geschlossen ist und der Start freigegeben wurde - dann ist alles perfekt, um abzuheben. Mit einer Seilwinde wird das motorlose Segelflugzeug in die Luft gezogen, im steilen Winkel geht es nach oben. Die Aufregung steigt, der Bauch beginnt zu kribbeln. Blickt man - oben angekommen - nach unten, ist der Ausblick bombastisch. Kronach, umrahmt von seinen Grünflächen und Wäldern, erscheint einem von oben gesehen wie ein prächtiges Gemälde.
In diesen Genuss kommen derzeit die Mitglieder der Flugsportgruppe Hammelburg. Mit sechs Segelflugzeugen ist der Verein in Kronach gelandet. Eine Woche lang campen die rund 20 Eigenversorger auf dem Gelände neben dem Kronacher Flugplatz.

Schulung steht im Vordergrund

Neben den fertigen Piloten sind auch neun Flugschüler mit dabei, die ihren Pilotenschein machen wollen. "Wir haben Flugschüler unterschiedlichster Ausbildungsphasen dabei - von Anfängern bis Alleinfliegern", erläutert Matthias Gremer, verantwortlicher Fluglehrer des Vereins Flugsportgruppe Hammelburg. Zudem erklärt er, dass bei jedem Flug vorne der Flugschüler sitzt und hinten der Lehrer. Es findet jedoch nicht nur reiner Schulungsbetrieb statt, sondern auch Streckenflüge von über 400 Kilometer stehen bei den ausgelernten Piloten auf dem Programm.
"Die jüngste angehende Pilotin ist 15 und der älteste 64 Jahre alt", teilt Fluglehrer Matthias Gremer mit. Somit sind bei dem Fluglager die unterschiedlichsten Altersklassen vertreten. "Das Schöne am Luftsport ist, dass man ihn auch im hohen Alter noch ausführen kann, solange es der Fliegerarzt gestattet", schwärmt Wilhelm Treuner, Ausbildungsleiter vom Aero-Club Frankenwald e.V. in Kronach. Kronach als Standort für das Fluglager haben sich die Mitglieder des Vereins selbst ausgesucht.
Matthias Gremer findet den Platz und seine Umgebung oben am Kreuzberg sehr idyllisch. Auch freut er sich, dass alle zusammenhelfen - insbesondere was die Verpflegung auf dem Campingplatz angeht.

Wiederholung geplant

"Nach Kronach kommen jährlich circa zwei Gruppen, dieses Jahr sind es drei. Im Juli erwarten wir noch Gäste aus Coesfeld und im August aus Braunschweig", berichtet Wilhelm Treuner, der auch für die Gästebetreuung zuständig ist.
Bei schönem Wetter fliegen die Kronacher Luftsportfreunde selbst mit oder unterstützen die Gäste. Matthias Gremer und Wilhelm Treuner sind sich einig: "Die Gäste aus Hammelburg kommen mit Freude und gleichzeitig nehmen die Kronacher ihre Gäste mit Freude auf." Der Besuch in Kronach war zwar ihr erster, aber voraussichtlich nicht ihr letzter: Die Luftsportgruppe plant, ihr Fluglager bereits nächstes Jahr wieder in Kronach aufzuschlagen. Janine Weber