Schon im Frühjahr dieses Jahres hat sich Otmar Diez aus Sulzthal auf den Winter vorbereitet. Sein Salbei ist aber auch im Dezember noch saftig grün. Geerntet und getrocknet hat er ihn bereits vor einigen Monaten. "Heilpflanzen entfalten ihre größte Wirkung im Frühjahr", sagt Otmar Diez.

Wie das Anpflanzen der Kräuter sollte die Vorsorge für die Abwehrkräfte schon vor der kalten Jahreszeit beginnen. "Man muss nicht erst im Winter panisch anfangen das Immunsystem aufzubauen", sagt der Leiter einer Naturschule. Er rät im Frühjahr zum Verzehr von Bärlauch. Der rege nicht nur den Stoffwechsel, sondern auch besonders das Immunsystem an.

Generell sollte man natürlich auf eine gesunde Ernährung mit ausreichend Obst achten. Falls die Erkältung dann doch im Anmarsch ist, dann gibt es eine Reihe von Heilkräutern, die helfen können. Zum Beispiel Holunder, Spitzwegerich, Salbei oder auch Huflattich. "Wenn man erkältet ist, kann man eine Schwitzkur mit Holunder- und Lindenblüten machen", sagt Otmar Diez.

Außerdem empfiehlt er verschiedene Teesorten und Hausmittel (siehe Infokasten). Er selbst nutzt bei Husten gerne Spitzwegerich zur Herstellung eines Tees oder Sirups. Bei Entzündungen im Rachenraum macht er sich einen Tee aus Salbeiblättern. Die könnte er zwar auch jetzt noch ernten, die Wirkung ist aber besser, wenn das bei wärmeren Temperaturen gemacht wird. In seinem Garten hat er rund 30 verschiedene Heilkräuter, die er alle auf relativ kleiner Fläche anbaut. Wer keinen eigenen Kräutergarten hat, der kann sich die Heilpflanzen in der Apotheke besorgen.

Das Kastensystem

In Otmar Diez Garten finden sich nicht nur viele Kräuter, sondern auch Salate. In einem ungefähr zwei Quadratmeter großen Kasten gedeiht noch im Dezember der Endiviensalat. Als Frostschutz hat Otmar Diez das kleine Beet einfach mit einer Glasplatte verschlossen. In seinem Garten stehen einige dieser Kästen. Insgesamt nehmen sie ungefähr 20 Quadratmeter ein. Damit lässt sich ohne großen Aufwand ein kleiner Selbstversorgergarten betreiben.

"Es reicht, wenn man sich alle zwei Tage eine halbe Stunde darum kümmert", sagt Otmar Diez. Er wolle zeigen, dass man auch neben dem Job etwas draußen an der Natur machen kann, um den Stress abzubauen. In seiner Naturschule bietet er unter anderem Seminare zu den Themen Selbstversorgung, Hausapotheke und Pflanzenkunde an.

Tees und andere Hausmittel bei Erkältungen

Husten Hier hilft Thymian. Denn der tötet Bakterien und Viren und sorgt zudem für einen klaren Kopf. Am besten inhalieren oder als Tee einnehmen. Zur Linderung des Hustens kann auch die wilde Malve (große Käsepappel) verwendet werden. Meist wird die Pflanze als Tee verwendet. Die in der Malve enthaltenen Anthocyane können zudem die Vermehrung von Viren und Bakterien hemmen.

Halsschmerzen Salbei hilft bei Entzündungen im Hals- und Rachenraum. Neben der Einnahme von Tee können auch frische Blätter gekaut werden. Genauso kann ein Halswickel mit Zitronensaft helfen. Hierzu ein Baumwolltaschentuch in eine Mischung aus einem Teil Zitronensaft und fünf Teilen Wasser tunken. Auswringen und auf den Hals legen.

Ohrenschmerzen Zwiebeln und Johanniskrautöl versprechen Linderung. Dazu kleingehackte Zwiebel in einem Taschentuch auf und hinter das Ohr legen. Weiter kann man einen Tropfen des Johannis-krautöls auf einen warmen Löffel geben, in den Gehörgang träufeln und mit Watte verschließen.

Schnupfen Inhalieren mit Kamille kennt jeder. Aber auch Pfefferminz- und Eukalyptusöl können Linderung verschaffen. Dazu einen Tropfen auf ein Taschentuch geben und beim Schlafen neben das Kopfkissen legen. Heißer Tipp ist zudem eine Meerrettichkompresse (für Kinder ungeeignet). Dazu frischen Meerrettich reiben und eine esslöffelgroße Menge auf ein Taschentuch geben. Zwei bis fünf Minuten in den Nacken legen. Anschließend die gerötete Haut mit Johanniskrautöl einreiben.

Fieber Heißer Holundersaft ist eine natürliche Vitamin-C-Quelle und enthält B-Vitamine, Anthozyane und Mineralstoffe. Den Saft am besten so heiß wie möglich trinken. Das treibt den Schweiß und damit auch die Viren und Bakterien aus dem Körper. Das senkt das Fieber. Auch Essigwickel können helfen. Einfach ein Tuch in eine Lösung aus einem Drittel Essig und zwei Drittel Wasser tunken und wie klassische Wadenwickel anwenden.