Die Stützpunkt-Feuerwehr Hammelburg ist leistungsfähig, wird vom kameradschaftlichen Teamgeist getragen und hat durch erfreulich viel jungen Nachwuchs berechtigte Aussichten auf eine solide Zukunft. So jedenfalls konnte man das Fazit aus der Dienst- und Mitglieder-Versammlung im Saal des Gerätehauses ziehen. Der stellvertretende Kommandant Walter Emmert wurde bei einer Neuwahl im Amt bestätigt. Stolz ist die Wehr auch auf ihre neue Homepage (feuerwehr-hammelburg.de).
Freilich stand der spektakuläre Feuerwehreinsatz zum Brand des Holzlagers Keß aus Untererthal vom 18. Juli 2015 gleich bei mehreren Rednern im Mittelpunkt. Nicht nur Kommandant Michael Ohmert erinnerte daran und bestätigte, dass die Floriansjünger allein aus der Hammelburger Wehr insgesamt 143 Stunden dafür im Einsatz waren. "Das war eine tolle Leistung", dankte Bürgermeister Armin Warmuth (CSU). Alfred Hausmann, Chef der Hammelburger Polizeiinspektion, freute sich über die gute Zusammenarbeit: "Die Feuerwehr hat bewiesen, dass sie jeden Euro doppelt wert ist".
Im vergangenen Sommer war Peter Sell noch im Amt des Kreisbrandinspektors und hat jetzt das Ehrenamt des Kreisgeschäftsführers mit Lehrgangsplanung inne. Über den Einsatz Keß-Sägewerk hat er mittlerweile eine eindrucksvolle Präsentation erarbeitet. "Damals herrschte extreme Trockenheit mit Waldbrandgefahr", sagte Sell. Flugfeuer sei bis Reith durch die Luft gewandert und habe dort überall schwarze Flecken hinterlassen. "Es ist ein Glück, dass nichts Schlimmeres passierte", sagte Sell.
Nach eineinhalb Stunden habe die Wasserversorgung aus dem öffentlichen Netz schlapp gemacht, so Sell weiter. Ohne die Hilfe der Landwirte, die in ihren Tankwagen zusätzliches Löschwasser heran karrten, und ohne Möglichkeit, aus dem Thulbaer See mit Hilfe des THW weiteres Wasser herbei zu pumpen, hätte zum Beispiel die neue Betriebshalle von Keß nicht gerettet werden können. Acht Verletzte und zwei Millionen Liter Wasser waren die statistische Bilanz.
In seiner Rückschau dankte Kommandant Ohmert seinen aktiven Kameraden für 5175 Stunden ehrenamtlicher Arbeit. Die wurden für Fortbildungen, Übungen und ernsthafte Einsätze gebraucht. Technische Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen auf der Rhönautobahn A7 seien der Schwerpunkt für die 138 Einsätze im vergangenen Jahr gewesen. Ohmert dankte freiwilligen Helfern für die Erdarbeiten rund um das Gerätehaus, die dadurch mehr Parkraum ermöglicht hätten. Die Umstellung auf den Digitalfunk sei bald abgeschlossen. Der alte Mercedes-Pkw sei durch ein neueres Gebrauchtfahrzeug für die Einsatzleitung abgelöst worden, so Ohmert. Augenhöhe war angesagt. So berichtete Vorsitzender Michael Merz im Namen seiner gleichberechtigten Mitvorsitzenden Matthias Ruppert und Alexander Dangel über das abgelaufene Vereinsjahr.


Mehr als verdoppelt

Zusammen mit Christopher Baumbach, Julian Leurer und Johannes Fella gehört Manuel Wurst dem Jugendwart-Team der Hammelburger Wehr an. "Wir haben uns mehr als verdoppelt", freute sich Wurst über den Zuwachs, der die vormals zehn Jugendlichen auf jetzt 23 durch Neuzugänge anwachsen ließ. Rund 30 Übungen im vergangenen Jahr, aber auch interessante Ausflüge oder Zeltlager ließen keine Langeweile aufkommen.
Heuer seien "Palm-Beach" in Nürnberg, der Action-Day in Bischofsheim und das Zeltlager auf dem Saaleberg die Ziele. Wurst: "Wir sind eine tolle Jugendgruppe".
Über den Anstieg bei der Jugend-Feuerwehr freute sich auch Kreisbrandmeister Elmar Eisenmann. "Diese Hammelburger Feuerwehr lebt", stellte er insgesamt gute Leistungen und gute Führung fest. Befördert wurden Oberlöschmeister Florian Müller, die beiden Löschmeister Thomas Mann und Matthias Ruppert, Oberfeuerwehrmann Steffen Hepp und Feuerwehrmann Alexander Merz.
Geehrt wurden Eduard Schilling, der seit 60 Jahren Mitglied im Hammelburger Feuerwehr-Verein ist. Silbernadeln lagen bereit für Manfred Schäfer, Fördermitglied seit 1986, und Andrea Ruppert für 25-jährigen aktiven Dienst bereit.