Die Baustelle der Saalebrücke ist einer der aktuellen Abnahmeorte für den Beton von Saale-Beton. So soll gerade am heutigen Mittwoch ein weiterer Abschnitt der Fahrbahnplatte gegossen werden. Wieder einmal werden die Fahrmischer von der neuen Fertigungsstätte in Untererthal starten. Dort hat das Unternehmen 1,8 Millionen Euro in eine neue Transportbetonmischanlage investiert.

Seit März 2015 läuft die Anlage schon, störungsfrei, wie Geschäftsführer Reiner Nüchter erklärte. Das war nun Anlass genug für die Einweihungsfeier. Die Fertigungsstätte ist auf einer Wiesenfläche am Rande von Untererthal entstanden, weshalb das Gelände erst einmal komplett neu erschlossen werden musste. Außerdem hat die Straße extra eine Linksabbiegespur bekommen.

Der Betrieb hat für die Stromversorgung einen eigenen Trafo auf dem Gelände und einen 12 000 Liter Tank als Puffer für die Wasserversorgung. Denn die Anlage kann nach Angaben von Nüchter in der Stunde bis zu 90 Kubikmeter Beton herstellen.

Das Material dafür lagert in sieben Kammern, jeweils drei sind für Muschelkalk- und Basaltschotter und eine für Sand reserviert. Ein Schrapper, eine Art Kran mit einem Schleppkübel an einem Stahlseil, befördert diese Zuschlagstoffe ganz automatisch je nach Betonrezeptur zur Wiegevorrichtung. Ein Mischer verrührt das Ganze dann mit Zement aus den Silos und Wasser zu Beton, der direkt verladen werden kann.

Eine Gasheizung erwärmt im Winter die Zuschlagstoffe in den Kammern. Außerdem liefert sie Warmwasser. So hat der Beton auch bei Kälte die notwendige Temperatur. Betonreste, die in den Fahrzeugen kleben bleiben, werden wiederverwendet. Auch das Spülwasser wird aufgefangen und einigen Betonsorten wieder zugeführt.

Der Beton wird auf Baustellen in einem Umkreis bis 30 Kilometer transportiert oder an das benachbarte Fertigteilewerk geliefert. Denn es gibt einen engen Zeitrahmen, in welchem Beton verbaut sein muss. Die Wettbewerbssituation bezeichnete Nüchter als hart.

Beton ist nicht gleich Beton. Es gibt weit mehr als 100 verschiedene Sorten. Jede erfüllt spezielle Eigenschaften. Ingenieurbauten wie die Saalebrücke stellen besondere und verschiedenartige Anforderungen an den Baustoff.
Bei der Einweihungsfeier segneten Pfarrerin Adelheid Augustin und Pfarrvikar Murphy die neue Anlage. Den Mitarbeitern - es sind sechs in Untererthal und zwei im kleineren Werk in Wildflecken - wünschte Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) alles Gute für die Arbeit.

"Das Bauhauptgewerbe hat eine große Bedeutung im Landkreis Bad Kissingen", sagte Landrat Thomas Bold (CSU). Daher sei es wichtig, solche Produktionskapazitäten zu haben.

Saale-Beton ist in der Region einer von mehreren Betonproduzenten. Das Unternehmen entstand im Jahr 1980. Vier heimische Baufirmen und ein Würzburger Unternehmen schlossen sich damals zusammen, um die Mischanlage an der Ziegelhütte in Hammelburg gemeinsam zu übernehmen und zu Betreiben. Von den damaligen Hammelburger Unternehmen sind als Gesellschafter der Saale-Beton nur noch die Firmen Stolz und Bindrum übrig geblieben. Der dritte Gesellschafter im Bunde ist heute Schwenk.

Neben Nüchter ist Alexander Stolz Geschäftsführer von Saale-Beton. Das Werk in Untererthal leitet Waldemar Göhl. Er ist seit den Anfangszeiten des Unternehmens dabei und kennt daher auch die Anlage an der Ziegelhütte sehr gut. Die hat das Unternehmen nun aufgegeben. Das Gelände ist an den Nachbar RSU verkauft. Und Ende des Jahres geht Göhl in den Ruhestand.