Was die Soldaten des zweiten Offizieranwärter-Bataillons mit dem marineblauen Barett eint, das ist vor allem die Perspektive, Verantwortung zu übernehmen. "Symbolisch steht die Farbe Blau für Beständigkeit und Treue" heißt es in der Beschreibung des Verbandabzeichens. Das eiserne Kreuz weist auf die Bundeswehr hin und die gekreuzten Säbel auf die Teilstreitkraft Heer.
"Ich bin seit vier Wochen als Berufseinsteiger bei der Bundeswehr", sagt der frisch vereidigte Offizieranwärter Martin Leichenauer. Er stamme aus Baden-Württemberg vom Bodensee. "Es macht mir viel Spaß und ich habe nette Kameraden in der Saaleck-Kaserne angetroffen", verrät der junge Mann. "Die Ausbildung ist zwar physisch anstrengend, aber man lernt auch viel", weist Leichenauer auf sein geliebtes Fachgebiet der Instandsetzung hin und meint: "Deshalb werde ich Maschinenbau studieren." Auf 13 Dienstjahre wird er sich verpflichten. Ein Jahr länger als bisher, wegen der Umstellung auf die Studienformen Batchelor und Master.
Schon Hauptgefreiter ist der Offizieranwärter Julian Sigit, der ursprünglich aus München stammt. Seit knapp drei Jahren sei er bei der Bundeswehr. "Von der Mannschaftslaufbahn will ich zur Offizierslaufbahn aufsteigen", hat er sich vorgenommen. "Ich bin zunächst für das Jägerbataillon eingeplant", sagt er. "Ich fühle mich wohl und nehme meine Chance zur Weiterbildung gerne an", will auch Sigit eine Führungskraft werden und Verantwortung übernehmen. "Froh wäre ich, eines Tages an der Lenkung von Einsätzen beteiligt zu sein", erklärt er seine Zielvorstellung als Kraft auf Stabsebene. "Das wäre eine große Ehre", mein Sigit auch im Hinblick auf Auslandseinsätze.
Die Sonne lachte am Donnerstag kräftig, als die Soldaten mit Begleitung des zweiten Heeresmusikkorps aus Kassel aufmarschierten. Anverwandte und Freundeskreise der Offizieranwärter nahmen am Rand des Geländes ihre Plätze ein und spannten ihre Sonnenschirme auf. Die geladenen Ehrengäste fanden ihren Sonnenschutz auf reservierten Plätzen im Festzelt. Rund ein Dutzend Helfer des Roten Kreuzes hatten zu tun, um einigen Sonnengeschädigte wieder auf die Beine zu helfen.
Entschuldigen ließ sich der Parlamentarische Staatssekretär Markus Grübel. So schritten der General der Infanterie, Brigadegeneral Gert-Johannes Hagemann, sowie der Kommandeur des Offizieranwärter-Bataillons 2, Oberstleutnant Manfred Scholl und Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) die Ehrenfront ab. Höhepunkt war die Vereidigung, zu der sich die Fahne der Ehrenformation senkte.
"Der Treueschwur für den Landesdienst ist ein großer Tag für uns Soldaten", räumte Scholl dieser öffentlichen Veranstaltung einen sehr hohen Stellenwert ein. "Es ist ein Eid auf den demokratischen Rechtsstaat und nicht auf eine Einzelperson", betonte Warmuth mit Blick auf den 20. Juli 1944 (Stauffenbergs Hitlerattentat). Der Standort der Bundeswehr in Hammelburg sei eine tragende Säule für die Gesellschaft und ein wirtschaftlicher Faktor für die Region. "Soldaten, Sie schwören jetzt, das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes zu verteidigen", wies Hagemann auf die besondere Bedeutung dieser öffentlichen Vereidigung hin.