So viel Blasmusik war lange nicht in Fuchsstadt zu hören. Aus Machtilshausen, Diebach, Gauaschach, Frankenbrunn, Langendorf und Müdesheim reisten befreundete Kapellen an, um mit den "Fuschter Musikanten" Jubiläum zu feiern. An verschiedenen markanten Punkten des Ortes gaben die Gäste zunächst ein Standkonzert und zogen dann in einem Sternmarsch zum Festplatz.
Hier hieß sie Elmar Schubert, stellvertretender Vorsitzender der heimischen Musikanten, willkommen. Auch Ehrendirigent Manfred Öftring dankte den Musikern, die in Begleitung örtlicher Vereine und Zuhörer ihr Ziel erreichten, wo die Kapellen gemeinschaftlich zwei Märsche spielten.

Dank für zahlreiche Einsätze

Bürgermeister Peter Hart gratulierte zum runden Jahrestag und nannte die Musikanten in seinem Grußwort einen "wichtigen Bestandteil des örtlichen Vereinslebens". Er dankte ihnen für die zahlreichen Einsätze im kirchlichen und gesellschaftlichen Leben. "Wenn ihr gebraucht werdet, seid ihr zur Stelle", lobte er.
Die Musik hat im Ort eine lange Tradition, die zunächst von privaten Kapellen begründet wurde. Beleg dafür ist die Pro-Musica-Plakette, die der Nordbayerische Musikbund (NBMB) für 100 Jahre Musizieren im Jahr 1999 verlieh. Kultusminister Hans Zehetmair überreichte die Auszeichnung damals bei einem Festakt in Neu-Ulm.
Die Gründungsversammlung der Fuschter Musikanten fand im November 1979 im Gasthaus "Linde" statt. Die Entwicklung des Vereins ging zügig voran, und bereits ein Jahr später gelang es, eine Nachwuchsgruppe mit 28 jungen Blasmusikfreunden aufzustellen. Zudem war unter Leitung des damaligen Dirigenten, Bruno Kippes, ein respektabler Klangkörper zusammengewachsen. Die Kapelle war nicht nur in ihrem Heimatort, sondern auch bei Anlässen in der Umgebung gefragt. Mit ihrer blau-roten Tracht boten die Musikanten auch was fürs Auge.
Mit dem Rücktritt von Bruno Kippes 1986 folgte ein Umbruch. Vorsitzender Manfred Öftring übernahm das Dirigentenamt, Roland Kippes trat an seiner statt den Vorsitz an. In den Folgejahren wuchs die Zahl der Musiker. Der bayerische Bierabend, die Frühjahrs- und Weihnachtskonzerte sowie die Gestaltung von Festabenden und Jubiläumsfeiern in und außerhalb Fuchsstadts zählten zu den namhaften Auftritten.
Doch galt es immer wieder Tiefpunkte zu überwinden. So verloren die Musiker wegen der Erweiterung des Kindergartens ihren Probenraum. Ein Teil des Lagerhauses der Raiffeisenbank bot sich als Lösung an. Der Verein griff zu und erstellte mit Fleiß und Unterstützung der Gemeinde 1994 sein Vereinsheim, ohne das eine Musikprobe und die Nachwuchsausbildung nicht möglich wären.
Heute gilt der Verein als vielseitiges Orchester, das zu jedem Anlass die passenden Klänge parat hat. Dazu zählen neben der Blasmusik auch klassische und Filmmusik, Schlager, Oldies und Evergreens.