Womöglich wird sich der Wunsch der Gläubigen nicht erfüllen, denn der Einbau der Glocken bis Ostern kann nicht garantiert werden. Zwar sind die in Passau gegossenen Exemplare inzwischen vor Ort und wurden am Sonntag offiziell geweiht. Doch ist offen, ob die neuen Glockenstühle rechtzeitig fertig werden. Eine Nachfrage konnte die ausführende Firma nicht bejahen. "Die Hoffnung stirbt zuletzt. Das Osterfest wäre für ein erstes Läuten würdig und ideal", erklärte Kirchenpfleger Thomas Klose.
Die Glockenweihe im Rahmen eines Festakts lockte zahlreiche Bürger aus Aura und Umgebung auf den Kirchberg. Auch die Ortsvereine schickten ihre Fahnenabordnungen. Für die meisten Menschen dürfte es ein einmaliges Erlebnis gewesen sein. Die Glocken waren auf einem geschmückten Traktorhänger vor St. Laurentius aufgebaut.

Weihe durch Domkapitular

Domkapitular Christoph Warmuth weihte im Beisein des früheren Auraer Seelsorgers Arno Stöcklein und Pater Sony die vier Bronzegeläute. Dabei führte er auch die "Hammerprobe" aus, indem er mit einem Holzschlegel jede Glocke zum Klingen brachte. In der Eucharistiefeier, die die Gesangsgruppe "Pusteblume" und der Jugendmusikverein musikalisch begleiteten, wählte der Domkapitular in seiner Predigt das Gleichnis vom verlorenen Sohn.
"Gott zur Ehre haben wir diese Glocken erworben", erinnerte Kirchenpfleger Klose in seinem Grußwort. Er nannte das neue Geläut ein "Verbindungsstück zum Himmel". Mit seinem Dank an alle Beteiligten für die erwiesene Unterstützung hielt er fest: "Was wir da gemeinsam geschafft haben, ist ein einmaliges und schönes Erlebnis." Stellvertretender Landrat Emil Müller sprach von einer "Werbung für Gott und ein Stück heimatlicher Identifikation für Aura".

"Wie aus der Erde geschält"

Die Glockenfachbeauftragte der Diözese, Katja Engert, hatte die Qualität der Glocken bereits beim Guss in Passau geprüft. "Sie stehen da wie aus der Erde geschält, passen perfekt und haben einen guten Nachhall. Es musste nur wenig nachgearbeitet werden", stellte sie fest und ergänzte: "Bei richtiger Pflege und Bedienung können sie Jahrhunderte überdauern." Denn die bronzenen Exemplare rosten nicht. Der stählerne Klöppel nutzt sich mit der Zeit in der Glocke ab.
Nach der Messe flankierten Jugendmusikverein und Fahnenabordnungen die Glocken auf dem Zug zur Festhalle, in der das Mittagessen wartete.
Eine Schadensaufnahme im Dezember 2012 zeigte die Notwendigkeit, neue Glocken anzuschaffen. Es stellte sich heraus, dass die komplette Steuerungs elektronik zu erneuern ist und die Kirchturmstatik sowie die Schwingungseigenschaften zu berücksichtigen sind. Die Denkmalpflege erlaubte den Bauherren den Einbau neuer Glockenstühle.

Kosten stiegen in die Höhe

Dabei sollte der untere, noch im Originalzustand befindliche Holzglockenstuhl erhalten und ein neuer Glockenstuhl in die bestehende Konstruktion eingegliedert werden, was die Kosten in die Höhe trieb. Von anfangs 125 000 Euro stieg die Gesamtkostenschätzung auf 145 000 Euro, wobei Eigenleistungen nicht berücksichtigt sind. Neben Spenden und dem Obolus der Gemeinde von 25 000 Euro erhielt die Kirchenverwaltung Aura einen Zuschuss über 44 000 Euro von der Diözese und hofft auf weitere Förderung.
Von den vier alten Glocken sollen die beiden größeren erhalten bleiben. Angedacht ist, je eine von ihnen vor der Klosterkirche und der Dorfkirche aufzustellen. Die beiden kleinen Exemplare will die Kirchenverwaltung veräußern. Zwei ortsansässige Interessierte haben sich bereits gemeldet. Weitere Interessenten können im Pfarrbüro oder beim Kirchenpfleger vorsprechen, der eine abschließende Entscheidung trifft.