Es gibt Wetten, die einfach Spaß machen. So zum Beispiel jene, die Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) vor etwa einem Jahr mit Maria Heckmann abschloss. Er behauptete, sie werde es nicht schaffen, im Jubiläumsjahr 1300 Jahre Hammelburg auch 1300 Zusendungen zum Thema "Ich sage ja zu Hammelburg" zu erhalten.
Jetzt beglich Warmuth seine Wettschuld. Denn inzwischen bezeugt ein Buch, dass mehr als 1300 Rückmeldungen eintrafen. "Ich werde eine Stadtführung mit Schlenderweinprobe in historischem Gewand begleiten", so Warmuths Wetteinsatz. Am Sonntag war es soweit, diese Wette einzulösen. In einer historischen Ratsbekleidung lud Warmuth etwa drei Dutzend Gäste zu der Altstadtrunde ein. Die ging vom Hof der Herrenmühle in Richtung der oberen Stadtmauer vorbei an Bader- und Hüterturm über die Weingasse den Viehmarkt bis hin zum Rathaus.


Ja-Worte für Hammelburg

Das Projekt "Ich sage ja zu Hammelburg" habe ein Jahr gedauert, bestätigt die Buchautorin Heckmann. Nein, Helfer habe sie dabei nicht gehabt. Ein interessantes Ergebnis sei die bunte Postkartensammlung gewesen. "Mitte März hatte ich dann die 1300 Antworten zusammen", sagt Heckmann. Dann erst sei die eigentliche Arbeit auf sie zugekommen, nämlich das jetzt vorliegende Buch zusammenzustellen. "Dieses Buch ist keine Chronik", betont sie. Es seien lediglich Ja-Worte für Hammelburg mit den verschiedensten Begründungszitaten. Rund 70 Seiten stark sei das Werk. Die Motivation und der gedankliche Anstoß sei ihr bei der Arbeit im Arbeitskreis für das Stadtjubiläum gekommen: "1300 Jahr und das phonetisch enthaltene Ja haben mich als Wortspiel gereizt", so Heckmann. Beim Bürgermeister habe sie damit offene Türen eingerannt. Alle Brautleute, die heuer in Hammelburg heiraten, bekommen dieses Buch geschenkt.
An der Seite des Bürgermeisters waren, ebenfalls historisch gewandet, Eva Albert und Manfred Scheller zur Stelle. Warmuth: "Anlass für meine Teilnahme am heutigen Termin war das 1300-Jahr-Buch mit den positiven und originellen Zuschriften". Gern habe er auch Bezug zu einer Schlenderweinprobe genommen, hob er ein Gläschen Hammelburger Silvaner.


Jung und frisch ist gefragt

Diese Verbindung von Rundgang durch die historische Altstadt und Verkostung von edlen Weintropfen gebe es seit neun Jahren, bestätigte Scheller. Im Glas war jetzt der aktuelle Weinjahrgang von 2015, von dem es wegen der Trockenheit im Vorjahr eine geringere Menge gibt als sonst. Scheller wies den Trend beim Wein auf: "Jung und frisch ist zurzeit gefragt."
Die Besucher interessierten sich für historische Hintergründe alter Gebäude und lauschten gern den blumenreichen Ausführungen von Eva Albert, als die den Zeitgeist zum Beispiel von den Stadttürmen oder der Nepomukfigur am Bürgerspital erklärte. Nein, die Zeit zum Besteigen des Baderturms war nicht vorhanden. Doch öffne sich dieser und auch der benachbarte Hüterturm sowie der Mönchsturm heuer zum Tag des offenen Denkmals. "Der Blick von diesen Turmspitzen auf die Altstadt und deren Höfe gibt neue Perspektiven", machte Albert neugierig.
Für Warmuth war der Rundgang auch Gelegenheit, auf diverse Sanierungsmaßnahmen wie zum Beispiel beim Viehmarkt hinzuweisen. "Die Atmosphäre und Aufenthaltsqualität in Hammelburg konnte somit gesteigert werden", sagte er.