Soul, Funk, Jazz und Blues schmolzen zu einer Einheit zusammen beim Konzert von Ingrid Arthur. Das ehemalige "Weather-Girl" fügte seinem Erfolg aus dem vergangenen Jahr ein erneutes Highlight auf der Pianobühne hinzu, das die Zuhörer von den Stühlen riss.
"Ihre Stimme ist exzellent. In jeder Phase souverän, gelang Ingrid mit ihrem Programm eine Punktladung", urteilt Thomas Reith, der zwar Stammgast in der Pianobühne von Peter Kleinhenz ist, aber noch nie ein Live-Konzert der Vokal-Akrobatin gehört hat.
Zu einer groovig-temperamentvollen Frontfrau gehört allerdings auch eine ausgesuchte, eigene Band, über die Ingrid Arthur natürlich verfügte. "Die Bandbesetzung war optimal", meint der Obereschenbacher Musikfan, der besonders von der farbigen Schlagzeugerin, Eddi Dejean, begeistert war. "Eine total sympathische Erscheinung, deren Spiel zwar eckig und unkonventionell wirkt, aber - auch bei Improvisationen - auf den Punkt genau passt", schwärmt Reith, der es wissen muss. Denn sein Bruder Holger ist der Schöpfer des Schlagzeugs, auf dem Eddi spielte. Er stellt in seiner Werkstatt "handmade" Schlagzeug-Equipment her, das schon seit einigen Monaten Verwendung auf der Pianobühne findet, von dem auch Sängerin Arthur angetan ist und sogar erwägt, ein Set zu erstehen. "Drums made in Obereschenbach" könnte es auf diesem Weg vielleicht in die musikalischen Edel-Etagen schaffen.
Mit einem ausgesuchten Programm holte die Sängerin auch ihr Publikum aus der kuschelig-körpernahen Wärme des Auditoriums. Waren es zum Start noch ein getragenes "I can't stand the rain", dessen Erfolg vor allem der Band CCR zuzuschreiben ist, oder die softigen Jazz-Blues-Klänge zum Mitsingen von "Happy feeling", so holte die gewichtige Vokalistin im zweiten Konzert-Part richtig aus.
Eingeleitet von dem glänzend aufgelegt Saxophonisten, Gary Wiggins, mit Stevie Wonders "Part Time Lover", steigerte sich die in Berlin lebende US-Sängerin - die übrigens am Brandenburger Tor für den US-Präsidenten Barack Obama und 4000 geladene Gäste sang - in die besten Zeiten der Soul- und Rockmusik hinein. Beispiel dafür sind der Thrill "My Imagination", das hundertfach kopierte "Kansas City" oder Tina Turners Dauerbrenner "Nutbush City Limits". Um die Zuhörer wieder "auf den Boden" zu bringen, streute die schon seit Jahrzehnten begehrte Background-Sängerin Schmeichelndes von Sam Cooke, den Beatles-Evergreen "Come together" oder George Gershwins "Summertime" ins Programm ein.
"Es war hinreißend", bedankte sich der Besitzer der Piano-Bühne, Peter Kleinhenz, bei der ausgepowerten Sängerin und ihrer Band - und das Publikum pflichtete mit "standing ovations" bei.