In Schlimpfhof besuchte er die Volksschule. Zeitlebens war er mit der Natur verbunden. Nach dem Schulbesuch arbeitete er in Gärtnereien, bis er 1942 bei der Bad Kissinger Stadtgärtnerei eingestellt wurde. "Eine schöne Zeit war es, und weil wir viel in die Ortschaften mussten, habe ich viele Leute kennen gelernt." Der Krieg machte auch bei ihm nicht halt. Schlereth musste 1943 zunächst zum Küstenschutz in den Süden Frankreichs. Dreimal wurde er verwundet, bevor er am Kriegsende an der Moldau in russische Gefangenschaft kam. Nach knapp fünf Jahren durfte er erst 1949 in sein Heimatdorf zurück. Der Jubilar ist sich ziemlich sicher, dass Gott ihm das hohe Alter geschenkt hat, weil er die lange Gefangenschaft erleben musste.
Schon kurze Zeit nach seiner Heimkehr nahm er bei der Stadtgärtnerei Bad Kissingen seine Arbeit wieder auf. Der Ruhestand kam 1985. Ihm lagen die Anlagen der Stadt mit ihrem Grün und den vielen Blumen sehr am Herzen. Nebenbei betrieb er daheim in Schlimpfhof den kleinen Hof, den er 1954 von den Eltern Barbara und Michael Schlereth übernommen hatte.
Immer treu zur Seite stand ihm dabei seine Ehefrau Lina, die er 1957 geheiratet hat. Sie war ebenfalls eine geborene Schlereth aus Schlimpfhof. Beide sind stolz auf ihre vier Buben und einem Mädchen. Den elterlichen Hof hat Schlereth in den 80er Jahren modernisiert. Mehr als 30 Jahre, bis zur Gebietsreform 1972, erledigte er als Polizeidiener gemeindliche Botengänge. Das Ausschellen im Ort gehörte zu seinen Aufgaben. Gegenüber seinem Anwesen ist die Dorfkirche. Die Glocken wurden bis zum Neubau des Kirchturms noch mit dem Glockenstrang zum Läuten gebracht. Früh, mittags und abends und das über 40 Jahre jeden Tag ging sein Weg über die Straße zum Kirchlein. Schlereth war der letzte Ortsbürger, der diese Arbeit zuverlässig und immer pünktlich erledigte, danach kam mit dem Neubau des Kirchturmes ein elektrisches Leutwerk.
Mitglied ist der 90-Jährige bei der Freiwilligen Feuerwehr und der DJK. Auch die Stallhasenzucht war ihm ans Herz gewachsen. Das Holzmachen musste er in den vergangenen Jahren aufgeben. Nicht nur das Alter ist ein Grund dafür, auch seine pflegebedürftige Ehefrau. Sie starb vor zwei Jahren.

Täglicher Blick in die Zeitung

Gerne hält er sich, wenn das Wetter passt auch im Garten auf und sorgt selbst am Küchenherd für seine täglichen Mahlzeiten. Um die Sauberkeit im Haus kümmert sich Tochter Isolde. Schlereth interessiert sich noch für alles was im Ort und darüber hinaus passiert: "Es sind bestimmt schon 65 bis 70 Jahre, dass ich jeden Tag meine Zeitung lese." Er feiert mit den Kindern und den vier Enkeln im Familienkreis.