Faschingsfreunde aus Hammelburg und der Umgebung können sich freuen: Der SC Frankonia Diebach und der Musikverein organisieren nach einer Pause im vergangenen Jahr wieder einen Faschingszug durch den Stadtteil. "Alle Genehmigungen sind da", sagt Klaus Brandenstein.

Um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren, wird es für die Veranstaltung aber neue Regelungen geben. Für die Besucher die wichtigste: Sie müssen Eintritt bezahlen. Mit einem Euro ist er aber nicht hoch. "Mit dem Eintritt wollen wir den Jugendschutz gewährleisten", erklärt Brandenstein. Denn beim Ticketverkauf an vier Posten im Ort bekommen volljährige Besucher ein Bändchen. Es empfiehlt sich daher den Personalausweis mitzunehmen. Nur wer dieses Bändchen trägt, kann an der Bar branntweinhaltige Getränke bestellen.

Jede Gruppe, die im Zug mitläuft, muss einen Verantwortlichen benennen. Dessen Personalausweis wird eingesammelt und erst am Ende des Zuges wieder ausgehändigt. Brandenstein: "Wenn während des Zuges etwas passiert, will es hinterher keiner gewesen sein. So habe ich einen eindeutigen Ansprechpartner in jeder Gruppe." Die Wagen dürfen nach dem Umzug auch nicht mehr auf den Festplatz fahren, da es dort "in der Vergangenheit zu teilweise unschönen Vorfällen gekommen" ist, wie es in der Ankündigung heißt. Und mit der Aufsicht in der Festhalle ist eine Sicherheitsfirma beauftragt worden.

Neue Geschäftsführung

Brandenstein ist der neue Zugleiter in der Faschings GbR Diebach. Für die Geschäftsführung ist Sascha Stadler verantwortlich. Die Faschings GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) wurde 2008 speziell für die Organisation des Gaudiwurms gegründet. Da es in Diebach keinen Karnevalsverein gibt und der Vereinsring den Faschingszug nicht mehr übernehmen wollte, entschieden der SC Frankonia, der Musikverein und die Feuerwehr sich für diese ungewöhnliche Kooperationsform.

2012 zog die Feuerwehr sich dann kurzfristig aus der GbR zurück. Die Auflagen und die Verantwortung wurden zu groß, erklärt Steffen Schärpf, Feuerwehrvorsitzender und damaliger Geschäftsführer der GbR. Der Faschingszug musste pausieren.

Auch Brandenstein spricht von "enormen Auflagen" und einem Aufwand "an der Grenze des Machbaren". Vielen Diebachern habe der Faschingszug aber gefehlt. Sie hätten die GbR bestärkt, wieder einen Umzug zu veranstalten. Einzelne Freiwillige aus dem Ort hätten dafür sogar ihre Hilfe angeboten. Um den Personalaufwand einzugrenzen, wurde die Bewirtung in der Festhalle straffer organisiert: Ein Essensstand fällt weg, und es gibt keine Pizza mehr.

"Ich freue mich, dass es wieder einen Faschingszug in Diebach gibt", sagt Schärpf. Auch wenn er nicht mehr die Verantwortung für die Veranstaltung hat, wird er sich mit der Feuerwehr weiterhin um die Verkehrssicherung kümmern. Nach der Pause hofft Brandenstein auf ein "schönes Spektakel". Bereits Anfang der 70er Jahre habe es einen kleinen Gaudiwurm im Stadtteil gegeben. Seit den 80er Jahren habe dieser sich zu einem festen Bestandteil im Landkreisfasching entwickelt.

Tausende Zuschauer lockte der Faschingsumzug in den vergangenen Jahren nach Diebach. Aus den Nachbargemeinden kamen die Gäste auch wegen der Kehraus-Party. Denn das Diebach feiern kann, hat sich auch dank der Beach-Partys herumgesprochen.