Kinder, die Kindergärten außerhalb des Marktes besuchen, stoßen dem Gemeinderat auf. Die Diskussion über das Kindergartenjahr 2012/13 legte dar, dass ein gutes Viertel der Gemeindekinder keinen der drei Kindergärten im Markt belegt. Dem Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG) zufolge muss die Gemeinde auch für sie bezahlen.
Die Förderung nach dieser Regelung betrug im vorgenannten Zeitraum insgesamt 390 000 Euro, wovon der Markt Elfershausen etwa die Hälfte (187 000 Euro) tragen muss, so Verwaltungsleiter Elmar Schubert. Diese Summe erhob den Tagesordnungspunkt schnell zum Reizthema der Ratssitzung.
Zwar beherbergen die Kinderhorte in Elfershausen, Machtilshausen und Langendorf zusammen 74 Kinder. Doch 28 der in Frage kommenden Mädchen und Jungen aus dem Markt sind "abgängig". Stellvertretender Bürgermeister Jürgen Englert schlug deshalb vor, eine Befragung über die Gründe durchzuführen, die die Eltern dazu bewegen, ihre Jüngsten in Einrichtungen außerhalb des Marktes unterzubringen.
In einem Schreiben könnten die Eltern anonym ihre Kritik äußern, so Englert. Nach Beweggründen suchend, glaubte Volker Partsch, dass qualitative Kriterien für die Entscheidung kaum ausschlaggebend sein können. Denn alle drei Kindergärten im Bereich des Marktes Elfershausen sind im Rahmen der Möglichkeiten gut ausgestattet und vielgestaltig aktiv.

Warteliste in Elfershausen

Fakt ist, dass der Kindergarten Elfershausen voll belegt ist - und nach Worten der Vereinsvorsitzenden Sandra Deissenberger, sogar eine Warteliste führt. Langendorf und Machtilshausen könnten eine höhere Belegungen vertragen. Zur Sprache kam in der Diskussion auch der Reggio-Kindergarten in Westheim, den immerhin rund 20 Kinder aus der Gemeinde Elfershausen besuchen.
Die Gründe für Auswärtsbelegungen mögen verschieden sein. Doch ist es den Eltern freigestellt, ihre Kinder in Einrichtungen unterzubringen, die sie für geeignet halten. Daran kann weder die Kommunalpolitik noch das Angebot rütteln.
Michaela Warmuth, die Leiterin der "Kinderoase" in Machtilshausen, sieht Nachteile durch die Zuzüge junger Familien in Neubaugebiete - die der Ortsteil Machtilshausen nur in geringem Maße aufweisen kann. Was den Westheimer Kindergarten angeht, bestätigt sie ihm den Vorteil als Konsultationseinrichtung. Das Engagement des Leiterin Ria Förster tue ein Übriges.
"Wir haben uns hier ein Bein ausgerissen aber es half nichts", beklagt Frau Warmuth, die seit zwei Jahren die Kinderoase führt, die mit aktuell 17 Kindern belegt ist. Eigentlich sollte das Angebot in Machtilshausen mit seiner Musiker-, Künstler-, Experimentier- und Bewegungswerkstatt, mit seinen Exkursionen und Naturtagen den hellen, gut ausgestatteten Räumen und dem warmen Mittagessen ein Anreiz sein.

Flexible Öffnungszeiten

Der Vorsitzende des Trägervereins St. Rochus, Holger Kleinhenz, verweist zudem auf die flexiblen Öffnungszeiten und die sanierten Außenspielanlagen. "Doch letztlich können wir den Eltern nicht vorschreiben, welchen Kindergarten sie sich aussuchen sollen", stellt er fest.
Er favorisiert ein Treffen der Kindergarten-Vorstände mit dem Bürgermeister, um den Austausch der Markt-Kindergärten untereinander zu intensivieren. "Wir möchten, dass die Kindergärten in Elfershausen miteinander agieren und nicht gegeneinander arbeiten und die Gemeinde mit im Boot ist".
"Gemeinsame Aktivitäten - beispielsweise dass sich die Kinder untereinander kennenlernen, was spätestens in der Schule sowieso der Fall ist - wären wünschenswert", unterstreicht er. "Vor allem sollten wir aber optimistisch in die Zukunft schauen", fügt er hinzu.