"Klein aber fein ist dieser Weihnachtsmarkt", meint Udo Heim. "Hier geht es familiär gemütlich zu, alles ist überschaubar und zentral", sagt er. "Wir Pfaffenhausener können auch was leisten", findet Heim Zustimmung in seiner Glühweinrunde. Gulaschsuppe und Gerupfter locken zum Stand der Feuerwehr. Weißer Glühwein mit Amaretto und Sahnehäubchen konkurriert mit dem speziell in Pfaffenhausen von Silke Preyer kreierten gelben Weihnachts-Prosecco, der ebenfalls auf feurige Temperatur gebracht wurde.

Brot für einen guten Zweck

Sorgsam balanciert der Ortsbeauftragte Karl-Heinz Glück (CSU) mit der Holzschaufel am langen Stiel die frisch gebackenen Sauerteigbrote im über 100 Jahre alten Backofen. Sohn Johannes ist mit der nassen Bürste schnell zur Stelle und befeuchtet die dampfenden Brotkrusten. Schon bringt Stefan Hofbauer eine neue Ladung Brotteig auf einem großen Brett. Gebacken werden die Nassgelaibten für einen guten Zweck, nämlich zur Unterstützung der örtlichen Jugendarbeit.
Die Pfaffenhausener Fotokalender von Hobbyfotograf Alex Preyer gelten als Geheimtipp. Von ihm stammt auch das Fotobuch über die 1111-Jahrfeier, die heuer in Pfaffenhausen bei sommerlichen Temperaturen begangen wurde. "Der Weihnachtsmarkt ist nach der Pflanzung der Baumallee am Lagerberg (wir berichteten) quasi der Abschluss dieses Gedenkjahres", erläutert Glück. In zwei Wochen gibt es noch ein Weihnachtskonzert der Pfaffenhausener Bläsergruppe "Klang-Cocktail". Das sind spät berufene erwachsene Musikanten, die vor einem Jahr zusammen fanden.
Zu Gunsten einer dringend fälligen Orgelsanierung, die auf rund 16 000 Euro geschätzt wird, veranstalten die Senioren eine Flohmarkt-Tombola im historischen Leonhardi-Haus, das nach dem Kirchenpatron benannt wurde. In diesem Fachwerkgebäude, das ehemals schon als Gemeindehaus, Armenhaus und Kanzlei genutzt wurde, bullert der Ofen auf Hochtouren. Dankbar wärmen sich manch frierende Besucher in der gemütlichen Stube auf. Nebenan gibt es Bilder und selbsthergestellten Schmuck.
"Zum Glück steht dieses Haus noch", erinnert sich die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Anneliese Kleer, an den drohenden Abriss durch die Stadt Hammelburg in den 80er Jahren. "Der Franziskaner-Pater Otmar Strasser hat es damals durch seinen persönlichen Einsatz gerettet und dieses Haus nach der Sanierung zu unserem Gemeindezentrum gemacht", schildert sie.
Mit Glas kann der Hobbykünstler Rainer Oberste-Dommes meisterlich umgehen. Seine leuchtende Kugel spiegelt den Pfaffenhausener Kirchplatz wider. Unter den Glasengeln hat sich ein Dortmunder BVB-Fan geschmuggelt. Denkt doch der aus Ennepetal vor vielen Jahren hinzugezogene noch ein wenig an seine alte Heimat. Viele kennen Oberste-Dommes aus der Hammelburger Stadtkapelle.
Groß ist die Auswahl an hölzernen Weihnachtsartikeln an einem anderen Stand. Und in der Pfarrkirche sind die unterschiedlichsten Krippen zu bewundern, die Ortsbewohner eigens für den Markt zur Verfügung gestellt haben. Auch lebende Krippenschafe begrüßen die Besucher und die Dorfjugend schenkt den Glühwein aus.