Einen Blick auf die neu entstehenden Windkraftanlagen ließen sich etwa 60 Interessierte nicht entgehen, die der Einladung von Naturstrom am Mittwoch gefolgt waren. Auf der Anhöhe nahe des Verkehrskreisels Richtung Ebenhausen und Oerlenbach stehen drei hohe Türme, die noch auf ihre baldige Krönung durch Rotoren und Maschinenhaus warten.
Nicht nur aus Ramsthal waren neugierige Besucher gekommen, sondern auch aus den Nachbargemeinden. Wenn man direkt neben diesen Betonklötzen steht, kommt sich der Mensch recht klein vor. Und gar, wenn man das Innere dieser Riesen betritt, wird die Dimension der modernen Windkrafttechnik besonders deutlich. Mit montierten Rotorblättern und Maschinenhaus wird so eine Anlage fast 200 Meter Höhe erreichen, wenn der Flügel nach oben zeigt. Ohne Aufbau sind es knapp 140 Meter. Der Montagekran kommt gerade mal zwei Meter höher, daher wird es knapp beim Aufbau der Krönung.


Baubeginn Ende Juni

"Ich finde es gut, dass wir der Atomkraft eine alternative Energiekraft entgegen setzen können", meinte Besucher Matthias Konrad. Freilich werde er auch die Versammlung Ende des Monats (Dienstag, 29. September, um 19 Uhr im Pfarrheim) besuchen und er überlege sich, ob er sich da finanziell in das Projekt einbringen werde. "Wer die Stromtrasse nicht will, muss so eine regionale Stromerzeugung akzeptieren", sagte Besucher Gerald Schneider. "Ich bin voll dafür", lautete eine weitere Stimme aus dem Publikum und erntete Applaus. "Für mich ist es wichtig, dass ein sinnvolles Konzept hinter solchen Projekten steht, welches nicht nur einem Einzigen den Nutzen bringt", meinte ein weiterer Besucher.
Das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld sei abgeschaltet und jetzt müsse man an sicheren Ersatzlösungen arbeiten. Einige Besucher bestätigten, dass sie schon lange Photovoltaik-Anlagen auf ihren Dächern haben.
Detaillierte Einblicke in die Windkraft gaben Projektleiter Christian Gruhlich und Bauleiter Sascha Wehling. Ende Juni sei mit dem Bau begonnen worden, erklärte Gruhlich. Heuer noch sollen alle drei Anlagen zum Laufen gebracht werden. Da würden etwa 5000 Megawattstunden Strom pro Jahr von einer solchen Anlage erwartet, wies Gruhlich auf Gutachten über langjährige Mittelwerte hin. Die Stromernte reiche für die Versorgung von weit über 4000 Haushalten.


Rotorblätter im Oktober

Kommende Woche erwarte man weitere Bauelemente für die oberen Turmbereiche und im Oktober kämen die Maschinenteile einschließlich der Rotorblätter, so Gruhlich weiter. Im November könne mit der ersten Probe-Inbetriebnahme gerechnet werden. Einige Wartungs- und Einrichtungsarbeiten seien zu Beginn direkt nach der Montage nötig. Der Vollbetrieb für alle drei Anlagen sei Anfang 2016 zu erwarten.
"Die Stromkabel zum Einspeisepunkt liegen schon", bestätigte Wehling. Der Betonsockel für das Turmfundament der Windkraftanlage habe ein Volumen von rund 600 Kubikmeter. 22 Meter Durchmesser habe der Sockel und der Turm messe etwa zehn Meter im unteren Bereich und verjünge sich auf 4,5 Meter ganz oben.
Eine Anlage wiege insgesamt rund 3000 Tonnen. Der Turm sei momentan 85 Meter hoch und in Halbring-Elementen angeliefert worden.