"So etwas habe ich seit der Flurbereinigung 30 Jahren nicht mehr erlebt", moniert er. Holz aus der Baumreihe oberhalb des Diebacher Schilfes nahe der Staatsstraße nach Hammelburg mit Äpfeln, Birnen, Nuss und Linde sei inzwischen schon verbrannt. Dabei hätten die stattlichen Bäume im Alter von rund 30 Jahren noch gar nicht lange getragen und seien vom Bund Naturschutz mit großem Aufwand gepflegt worden.
"Uns hat keiner gefragt", moniert Zeidler eine mangelnde Einbindung des Naturschutzes in die Meinungsbildung zur Fällaktion. Die Stadt brauche keinen Tag des Baumes zu feiern, wenn sie andererseits so fahrlässig mit der Natur umgehe.
Es habe keine andere Möglichkeit gegeben, die neue Wasserleitung zu verlegen, versichert Norbert Kühnl, Geschäftsführer der Stadtwerke GmbH, auf Nachfrage. Leitungen würden bevorzugt unter öffentlichen Wegen verlegt. In diesem Fall hätten die auf einer zugewachsenen Wegetrasse gelegen. Zur Auswahl hätten noch ein privater Acker gestanden, oder eine zu steile Böschung. Für den Privatgrund hätte eine Grunddienstbarkeit eingetragen werden müssen. Spätere Reparaturen auf Privatgrund seien nicht ganz einfach.
Mit Leitungsreparaturen im beschriebenen Bereich sind die Stadtwerke ein gebranntes Kind. Die dort verlegte Leitung aus PE-Kunststoff ist erst gut 20 Jahre alt, und muss bereits wieder ersetzt werden. "Das war schlechtes Material." Erneuert werden muss deshalb jetzt jener Abzweig von der Verbindung nach Diebach, der Untereschenbach, Obereschenbach, Kloster Altstadt und Schloss Saaleck versorgt. Rund 200 000 Euro lassen sich die Stadtwerke das Kosten.
Die Investition ist umso ärgerlicher, weil Wasserleitungen üblicherweise 70 bis 80 Jahre halten. Mit Kulanz des Herstellers ist nicht mehr zu rechnen. Er sei längst insolvent gegangen. dübi