Niedrigzins und schwierigere Nachwuchsgewinnung: Es sind keine leichten Rahmenbedingungen, unter denen sich die Bank Schilling als eine der wenigen Privatbanken dieses Formates bundesweit mit Mutterhaus in Hammelburg behauptet.
"Wir sind sehr gut unterwegs", sagte Vorstand Dr. Hubert-Ralph Schmitt beim Pressegespräch zum Geschäftsverlauf 2014. Fast alle Parameter zeigen nach oben. Den Erfolg führen Schmitt wie auch Vorstandsmitglied Matthias Busch auf die "Ruhe im Haus" und das "urkonservative Geschäftsmodell" zurück.

Langjährige Mitarbeiter

"Die meisten sind schon 20 bis 30 Jahre dabei", sagt Schmitt zum bewährten Mitarbeiterstab. Leider falle es zunehmend schwer, Auszubildende zu finden. So habe man für 2016 drei Stellen besetzt, vier sind noch zu haben. Zu unrecht sei das Bild des Bankers in Verruf geraten. Vor der Finanzkrise 2007 habe es noch 30 Bewerbungen auf eine Stelle gegeben.
Aktuell wird die Geschäftsstelle am Marktplatz neu gestaltet. Die Schaufenster verschwinden. Künftig präsentiert sich das Eckhaus wieder als traditionelles Bürgerhaus. Hinter einem repräsentativen Eingang wartet dann keine Schalterhalle mehr, sondern ein Saal mit drei durch Glaswände getrennte Beratungszimmer und einem hellen Wartebereich. Gegenüber der Metzgerei Köhler bekommt der Kundenbereich einen behindertengerechten Eingang. Der Umbau unterstreicht das Interesse der Bank am beratungsintensiven Privatkundengeschäft.

Bilanzsumme gestiegen

Das Geldinstitut in Zahlen: Zum Stand Jahresende 2014 ist die Bilanzsumme zum Vorjahresvergleich um 1,8 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro gestiegen. Die Eigenmittel belaufen sich auf 87,1 Millionen Euro, (Vorjahr 87,4) die Gesamtkapitalquote auf 15,2 Prozent (Vorjahr 15,4), die Kernkapitalquote auf 13,6 Prozent (Vorjahr 12,2).
Der Zinsüberschuss erhöhte sich 2014 gegenüber dem Vorjahr um 3,5 Millionen Euro auf 20,1 Millionen Euro. Daneben wuchs der Ergebnisbeitrag aus Provisionen um 1,3 Millionen Euro auf 13,8 Millionen.
Ursache waren laut Pressemitteilung der Bank gute Erträge im Wertpapiergeschäft und ansprechende Ergebnisse aus der Vermittlung von Hypothekenkrediten, Immobilien sowie Lebens- und Sachversicherungen. Rückläufig war der Nettoertrag des Handelsbestands, da aufgrund der Niedrigzinsphase nur geringere Margen bei niedrigeren Umsätzen im institutionellen Rentenhandel durchsetzbar waren. Aus der Entwicklung resultiert der ausgewiesene Jahresüberschuss von 4,4 Millionen Euro (Vorjahr 4,3).

Mehr Beschäftigte

Die Zahl der Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt erhöhte sich auf 239, (231 in 2013). Im Jahresschnitt waren 17 Personen in der Berufsausbildung zur Bankfachkraft. Sieben junge Mitarbeiter starteten eine duale Berufsausbildung.
Die im Jahre 1923 gegründete Bank unterhält einschließlich der Filiale im Stammhaus Hammelburg, in Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen 15 Filialen und drei Geschäftsstellen.
"Wir blicken optimistisch in die Zukunft", sagt Schmitt trotz anhaltend niedriger Zinsen. Dies resultiere auch auf der breiten Aufstellung samt Tochtergesellschaften für Leasing, Versicherungen und Leasing. Wolfgang Dünnebier