Groß war am Sonntagmittag nach dem Gottesdienst der Ansturm auf die neu eingerichtete Bücherei aus dem "Sankt Michaelsbund" im historischen Treppengiebelhaus der Probstei Thulba. Schnell stürmten die Kinder die obere Etage und waren dort fündig geworden. Die erwachsenen Leser stießen im Erdgeschoss auf ansprechende Literaturangebote.
"Vorbei ist es mit Zettelkasten und Papierkartei", ist Ulrike Lorösch, die Leiterin der Bücherei, froh über die Umstellung auf den Computer. Ein Jahr lang habe man für die die Umstellungsarbeit gebraucht. Und einige Wochen habe der Umzug der Bücherei an Anspruch genommen.
Rund ein Dutzend ehrenamtlicher Helferinnen sorgen mittwochs zwischen 18 und 19 Uhr, samstags zwischen 16 und 17 Uhr sowie sonntags zwischen 11 und 12 Uhr für ihre Leserschaft. Hoch ist die Motivation der Helferinnen, die durch Teamgeist, guten Zusammenhalt über viele Jahre hinweg und Leseeifer geprägt ist.
"Die Zeitschriften werden immer mehr nachgefragt", bestätigt Lorösch. Viele Erwachsene würden die Zeit für lange Romane nicht haben. "Es kommen aber auch Leser vorbei, die ganze Bücherstöße mitnehmen", sagt sie. "Das Treppengiebelhaus ist Eigentum der Marktgemeinde Oberthulba", so Lorösch.


Gründlich renoviert

Am ehemaligen Bücherei-Standort im Marienheim habe es statische Probleme gegeben, bestätigt Bürgermeister Gotthard Schlereth. Vor dem Umzug seien die Räume des Treppengiebelhauses gründlich renoviert worden. "Hier ist die einzige Bücherei im Bereich des Marktes Oberthulba", betont Schlereth den Stellenwert.
In Vorbereitung ist der Leserservice für die Internetbestellung von Büchern, die dann gezielt in den vorgenannten Öffnungszeiten zur Abholung bereit liegen. Finanziert werden die Bücher durch einen Jahresetat und durch Spenden. "Der Schwerpunkt liegt bei uns auf Leseförderung vor allem junger Menschen, weil Lesen zu den Grundbedürfnissen in unserer Gesellschaft zählt", verweist Lorösch auf den Kinderbuchbereich in der oberen Etage. "Auch auf Flüchtlinge aus fernen Ländern könnten wir uns einstellen", sagt sie. Und dann weist sie noch auf eine zusätzliche Funktion der Bücherei hin: "Unser Haus ist ein Ort der Begegnung!"