Eine entmutigende Entdeckung hat Maik Despang im Wald südlich von Sulzthal gemacht. Am Büchelberg sind zahlreiche junge Bäume durchgeknickt worden. Die Setzlinge sind erst im vergangenen Jahr gepflanzt worden, wie der Revierleiter der Forstbetriebsgemeinschaft Rhön-Saale, die den Gemeindewald betreut, erklärt.

"Die Beschädigung stammt von keinem Tier", sagt Despang. Die ungefähr 80 Zentimeter bis 1,20 Meter hohen Jungbäume tragen einen Schutz aus Plastik um ihre Stämme: Die sogenannte Fegeschutzspirale soll die Rinde vor Abrieb durch Wildtiere verschonen. Die Setzlinge der Vogelkirsche sollen den Wald verjüngen. Daher wurden sie im Herbst an lichten Stellen gepflanzt, wo sie sich gegen die dominierende Buche durchsetzen können.

Von den 300 Stück sind rund 95 Prozent durchgebrochen. Den Schaden für die Gemeinde schätzt Despang auf 1500 Euro. "Es ist auch schade um die ganze Pflanzarbeit", sagt der Revierleiter. Indirekt ist der Verlust für die Gemeinde noch größer. Denn die Bäume wurden gepflanzt, damit sie nach etlichen Jahren einen guten Verkaufsertrag bringen.

Vogelkirsche liefert Wertholz, das, wie der Forstfachmann erläutert, für die Möbelproduktion oder als Furniermaterial Verwendung findet. Die durchgeknickten Bäume sterben zwar nicht ab, aber sie erreichen keine hochwertige Qualität mehr. Welche folgen die Beschädigung für die Pflanzen hat, lässt sich in einem anderen Waldstück bei Sulzthal beobachten.

Im Seifenthal musste Despang bereits im vergangenen Jahr einen ramponierten Baumbestand feststellen. Auch dort waren 300 Vogelkirschen gepflanzt worden, um den Bestand zu verjüngen. Und auch dort wurden die Jungpflanzen umgeknickt. Despang sagt: "Auch Damals war es ein Schaden von ungefähr 1500 Euro."

In diesem Jahr haben die Bäume im Seifenthal wieder ausgetrieben. Aber ihre Stämme wachsen nicht mehr gerade in die Höhe. Die Bäume gehen in die Breite: An den Bruchstellen verzweigen sich die Stämme vorzeitig.
Wie die Gemeinde mit dem Vorfall jetzt umgeht, ob sie Anzeige erstattet und neue Bäume pflanzen lässt, will Bürgermeister August Weingart (CSU und Wählergemeinschaft) erst mit den Gemeinderäten besprechen. Auch er äußert sich überrascht über die Freveltat an der Natur. Jedoch hat er gehört, dass bei einem privaten Waldbesitzer Bäume geschält worden seien.

Weingart hofft, dass sich der Schadensfall im Gemeindeforst klären lässt. "Der Wald ist unser Herzstück", sagt Weingart.