Elfriede Böck war sichtlich zufrieden. "Hunderte Besucher haben sich in den vergangenen sechs Wochen die Ausstellung angeschaut und uns positive Resonanz gegeben", berichtete die Museumschefin. Zu sehen waren in der Herrenmühle Gemälde von Mona Thiel und hochwertige Makroaufnahmen mit der Kamera von Egon Schlott. Das Ganze stand unter dem Motto "Farbenspiele der Natur". Den krönenden Abschluss bildete nun ein Menü, das Ewald Hupp vom Restaurant Schloss Saaleck kreierte.

Christiane Schmid zeigte sich sehr angetan: "Die Kombination vom Sehen der Bilder und dem Geschmackserlebnis war ein Genuss für alle Sinne." Insbesondere die Tautropfen auf den Blüten beeindruckten sie, wie auch die edlen Weintropfen im Glas.

Als "sehr gelungen" lobte Gerald Meder die Premiere. Beschauliches der bildhaften Kunst sei auf überzeugende Kochkunst getroffen. Günter Wolf verlieh das Prädikat "höchst empfehlenswert" und hofft auf weitere Veranstaltungen dieser Art.

Kleines ganz groß

Was auf dem Foto von Egon Schlott aussieht wie eine ferne Galaxie ist tatsächlich der Mikrokosmos eines Blütenstängels. Schlott macht mit speziellem Makroobjektiv und viel Spürsinn aus wenige Millimeter großen Motiven goldgerahmte Kunstwerke von zum Beispiel 1,40 Meter mal 80 Zentimeter. Die Besucher lernten den Alltag mit anderen Augen sehen. 28 Exemplare von Schlotts Fotografien hingen an den Wänden des Museums und der Schlossgaststätte.

Dem Thema Blüten widmete sich auch Malerin Thiel. Ihre duftigen Acryl- und Aquarell-Gemälde harmonierten mit Schlotts Fotografien. Zwei ihrer Bilder hat das Weingut Schäfer für seine Etiketten ausgewählt, sie zieren nun einen Silvaner und einen Rotwein.

Mit seinem Rosenkaviar nahm Ewald Hupp das Thema Blüte auf. Der Kaviar ist ein Produkt der Molekularküche. Ein Löffelchen davon landete im Secco, den Winzer Stefan Ruppert zum Empfang in der Herrenmühle reichte. Wenn die Rosensaftkügelchen im Mund zerplatzen, gibt es auf der Zunge eine Geschmacksexplosion.

Doch das war nur der Auftakt von Hupps Kochkunst auf Schloss Saaleck. Geräucherter Spessart-Saibling an herbstlichem Salat, fränkisches Kartoffelsüppchen, Rinderfilet, Schokoladenkuchen und Rosenwasser-Mango-Sorbet an Sauerkirschen verwöhnten die Gaumen. In Symbiose mit der Bilderausstellung ein Fest für alle Sinne.

"Stolz auf tolle Heimatstadt"

2. Bürgermeister Reimar Glückler lobte das Rendezvous von Kamera, Kochlöffel und Pinsel. Auch gutes Essen gehöre zur Kultur. Neben Wein, Musik und Militär sei auch die Kunst eine der Säulen Hammelburgs. "Ich bin stolz auf meine tolle Heimatstadt", betonte Glückler. Begeistert zeigte sich auch stellvertretender Landrat Emil Müller: "Es ist eine gelungene Symbiose von Essen und bildhafter Kunst, die zur Aufwertung unserer Region geeignet ist und uns ein Stück reicher macht."

Die Initiative ging von Ewald Hupp aus. "Elli, da machen wir was ´zamm", ging er auf die Museumschefin zu, die seine Idee begrüßte. "Freilich darf der Wein in der ältesten Weinstadt Frankens dabei nicht fehlen", unterstrich Böck.

Fotokünstler Schlott, gebürtig aus Bad Neustadt, ist gelernter Schiffskoch zur See. Später übte er kaufmännische Tätigkeiten aus. "Alle sind offen und entgegenkommend in Hammelburg. Das ist nicht überall in Franken der Fall", meinte Schlott. Jetzt wohnt er im Bayerischen Wald, nahe Passau.

Dort ist auch Malerin Thiel daheim, eine aus Asch stammende Sudetin. Schlott und Thiel kennen sich seit vielen Jahren. Grafik, Malerei und künstlerisches Gestalten sind die Tätigkeitsfelder der freischaffenden Künstlerin. Farbe und Form, aber auch der Duft der Blumen, Blüten und Pflanzen regen ihre Fantasie an. Duftige, spontane Farbverläufe und neue Blickwinkel aus Thiels Exponaten sprechen wiederum den Betrachter an.