Mit einem Gottesdienst wurden die evangelischen Seelsorger Pfarrerin Dr. Katharina Eberlein-Braun und Pfarrer Thomas Braun in der Gustav-Adolf-Kirche Völkersleier verabschiedet. Den musikalischen Rahmen setzten Christina Köhler (Orgel) und Thomas Köhler (Cello). Die Lesungen kamen von Ruth Zeller.
Die Pfarrerin nimmt jetzt ihren dreijährigen Dienst als akademische Rätin im Bamberger Hochschulbereich auf, bleibt aber in Weißenbach weiter wohnen und wird zwischen den beiden Orten oft pendeln. Der Pfarrer bleibt ebenfalls in Weißenbach wohnen, wird aber anders verteilte Aufgaben wahrnehmen.


Segen des Dekans

Beide erhielten den Segen von Dekan Till Roth, dem Amtsnachfolger von Michael Werwein aus Lohr. Vertrauensmann Ernst Keßler aus Waizenbach sprach das aus, was die evangelische Kirchengemeinden aus mehreren Dörfern empfanden: "Schade, ich hatte gehofft, dass es nicht schon nach eineinhalb Jahren zu Ende ist."
Man habe sich an die eindrucksvollen Predigten gewöhnt, von denen die Pfarrerin Eberlein-Braun, die seit eineinhalb Jahren ihren Probedienst absolvierte, jetzt noch eine nachhaltige Kostprobe gab.


Erneut Vakanz?

Kommt jetzt erneut eine Vakanz-Zeit auf die evangelischen Gemeinden im Bereich der politischen Gemeinde Wartmannsroth zu? Dekan Roth erklärte die Situation: Der Hammelburger Pfarrer Robert Augustin werde Waizenbach seelsorgerisch betreuen. Die Dörfer Völkersleier, Dittlofsroda und Heiligkreuz werde Pfarrer Thomas Braun betreuen. Dittlofsroda, das die Pfarrerin bisher betreute, bleibe vakant. Mit einer rechnerischen halben Einsatzstelle hatte das Pfarrer-Ehepaar die vorgenannten Orte gemeinsam abgedeckt. Ist es jetzt nur noch ein Viertel? Dekan Roth war angesichts des Gedankens von der Teilzeit-Seelsorge etwas unwohl.
Roth erinnerte an die Ordination von Eberlein-Braun im März 2015 in der Waizenbacher Kirche. "Mit dieser halben Stelle haben Sie, Dr. Eberlein-Braun, in den drei Kirchengemeinden und dem Dekanat gewirkt", so Roth weiter. Dittlofsroda habe sie mit ihrem Mann seelsorgerisch geteilt. "Eine etwas komplizierte Konstruktion, gewöhnungsbedürftig für manche", musste Roth zugeben. "Sie, Herr Pfarrer, haben inzwischen die Geschäftsführung für Dittlofsroda übernommen und dort die Gemeindearbeit getan", erklärte der Dekan.
Thomas Braun habe auch das zweite Viertel der Dekanatsstelle übernommen und sich für die Erwachsenenbildung dort stark gemacht. Roth bedauerte, dass es wegen der geänderten Aufgabenverteilung trotz Vertretung durch Pfarrer Braun in Dittlofsroda nicht in gewohnter Weise weitergehen könne. "Schade, denn offensichtlich sind die menschlichen Beziehungen in der Kirchengemeinde schon gut gewachsen", sagte er in Richtung Eberlein-Braun und wünschte ihr Gottes Segen für die akademische Tätigkeit.


Parkscheibe nicht abgelaufen

Sowohl dem Vakanz-Vertreter Thomas Braun als auch dessen Ehefrau, die als Nachbarin in einer zukünftig anderen Rolle in Weißenbach bleiben werde, wünschte Dekanats-Senior Bernd Töpfer alles Gute. "Der Abschied bringt eine gewisse Traurigkeit mit sich", so Töpfer. Mit einer Parkscheibe in der Hand wies er darauf hin, dass man damit nur die Ankunftszeit einstelle, nicht aber die Parkdauer von vorn herein wisse. "Ihre Parkzeit ist noch nicht abgelaufen", bedauerte Bürgermeister Jürgen Karle den frühen Weggang von Eberlein-Braun. "Schade, Sie wurden hier als sehr sympathische Pfarrerin empfunden."
Andererseits sei es verständlich, dass der berufliche Werdegang seine Berechtigung habe. Mit Pfarrer Braun bleibe er noch wegen der Kirchenrenovierung in Heiligkreuz weiter im Gespräch, bestätigte Karle.