Seit gut einem Jahr besteht das paläontologische Museum "Terra Triassica" in Euerdorf, zu dem eine Außenanlage, das Geotop mit Saurierfährten, ein geologischer Aufschluss am Haarberg, der "Weg durch die Zeit", auf dem sich auch der eiszeitliche Wasserriss befindet, und der Weg "Wein und Stein" gehören. Projektleiterin Patricia Schießer, jetzt auch Bürgermeisterin und VG-Vorsitzende, zieht eine Zwischenbilanz und gewährt einen Blick in die zukünftige Arbeit rund um dieses Projekt.

"Es ist ein toller Erfolg für das Museum und natürlich auch für den Markt Euerdorf, was wir bis jetzt an Resonanz bekommen haben", fasst die Bürgermeisterin zusammen. "Die Tendenz geht immer mehr in Richtung Umweltbildung. Die Nachfrage nach Führungen im Museum steigt. Viele Schulen, Grundschulen und auch Gymnasien, fragen an, genauso wie Kindergärten. Wir sind mit unserem ehrenamtlichen Personal glücklicherweise so aufgestellt, dass wir den verschiedenen Anforderungen nach Informationsgehalt nachkommen können."

Für Schulen und Institutionen

Dazu wurde die Museums-Führung modular aufgebaut und für verschiedene Zielgruppen ausgearbeitet, um die jeweiligen Besuchergruppen zwar zu fordern, aber auch nicht zu überfordern. Aber nicht nur Schulen fragen an, sondern auch Gruppen, wie beispielsweise das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Bad Neustadt. "Die Mitarbeiter waren nicht nur im Museum, sondern auch an den Außenstationen und sehr positiv angetan, dass man aus Fossilien so viele Informationen herauslesen kann."

So erfahren die Besucher im Museum nicht nur Wissenswertes über die Exponate, sondern lernen sie auch ganz besonders schätzen, da es sich dabei um Funde aus der Marktgemeinde selbst oder der näheren Umgebung handelt. "So wird eine lebendige Brücke zur Heimat geschlagen", erklärt Patricia Schießer.

Bessere Anbindung erwünscht

Im touristischen Bereich sei noch Potential vorhanden. Hier kann sich die Bürgermeisterin eine bessere Anbindung von und nach Bad Kissingen vorstellen. Gerade wenn es darum geht, dass Kurgäste den "Weg durch die Zeit" ablaufen und anschließend im Museum verweilen. "Der Transport zum Wegbeginn müsste geregelt werden. Wenn die Wanderwege rund um Euerdorf gegangen werden, dann müsste uns auch mehr Personal zur Führung von Gruppen zur Verfügung stehen." Auch Kooperationen mit Museen und öffentlichen Einrichtungen, wie zuletzt die Stadtbibliothek Hammelburg, kann sich Patricia Schießer vorstellen.

Potential habe auch das alte Forsthaus, das das Museum beherbergt. "Momentan wird geprüft, ob das leerstehende Obergeschoss einer ständigen öffentlichen Nutzung zugänglich gemacht werden kann. Falls ja, müssen sicher noch Umbaumaßnahmen stattfinden, wie zum Beispiel der Bau eines Rettungsweges", erklärt Patricia Schießer.

Nachbildung von Funden

Im Museum selbst kann sich die Bürgermeisterin vorstellen, dass viel mehr Interaktion stattfinden kann: "Zum Beispiel Präparationen von Fossilien, wie es schon jetzt angeboten wird, oder die Nachbildung von Funden anhand von Gipsabdrücken. Allerdings ist das ein hoher zeitlicher Aufwand, der mit den momentan zur Verfügung stehenden Ehrenamtlichen nur schwer zu bewältigen ist. Die vier Sammler, denen wir diese einmalige Ausstellung in Euerdorf zu verdanken haben, engagieren sich hier bereits in einem großen Maße, so dass auch hier zeitliche Grenzen sind." Zudem seien die Hobby-Paläontologen auch zukünftig mit dem Aufspüren von Funden und deren wissenschaftlichen Aufarbeitung zeitlich gebunden. Weiterhin seien diese auch für das internationale Fachpublikum zuständig.

Patricia Schießer ist überzeugt: "Das Besondere an unserem Museum ist jedoch seine Einzigartigkeit. Es gibt viele Möglichkeiten, dieses in die Region einzubeziehen und auch die Region kann mit diesem zusätzlichen Highlight nur profitieren."