In einer extra einberufenen Sitzung des Ferienausschusses ließen sich am Montagabend die kritischen Stadträte - bis auf einen - von dem Vorgehen überzeugen.

Am Montag vergangener Woche hatte eine Mehrheit den Architektenwettbewerb noch abgelehnt. "Wir waren mit dem Beschluss überfahren worden", formulierte es Reimar Glückler (CBB). Nun aber konnte er wie viele der anderen Kritiker dem Wettbewerb zustimmen. Die Stadt hatte Daniela Kircher von der Regierung von Unterfranken zu der Sitzung hinzugezogen. Kircher beantwortete alle Fragen zum Wettbewerb.

Sie machte zunächst deutlich, dass die Stadt rein rechtlich keine Möglichkeit hat, den Umbau des Kaufhauses direkt zu vergeben. Dafür ist die Investitionssumme zu hoch. Eine Machbarkeitsstudie schätzt die Umgestaltung des Gebäudes zu einem Bürgerhaus unter anderem mit Bibliothek und Multifunktionssaal auf mehr als fünf Millionen Euro. Darum empfahl Kircher einen Wettbewerb, um auch eine qualitativ gute Lösung zu bekommen.
Für den Wettbewerb rechnet die Stadt mit Kosten von 145 000 Euro. Nach Abzug des erwarteten Zuschusses bliebe ein Eigenanteil von 33 000 Euro. Der sei im Vergleich zu einem alternativen Vergabeverfahren kostenneutral, wie Stadtbaumeister Detlef Mohr vorrechnete.

Stadträten wie Alexander Stolz (CBB) war die Einflussnahme des Stadtrats wichtig. Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) sicherte diese im Vorfeld des Wettbewerbs zu. Dass die Vorgaben vorher getroffen werden müssen, betonte Martin Wende (CSU). Beim Viehmarkt sei das nicht der Fall gewesen. Und Patrick Bindrum (CSU) war dafür, die Sache anzustoßen, um nicht wie einst beim Verwaltungsgebäude ohne Förderung zu arbeiten. Rita Schaupp (SPD) und Elisabeth Assmann (Grüne) sprachen durchaus positiv von ihren Erfahrungen mit dem Viehmarkt-Wettbewerb.

"Alle Fragen wurden beantwortet. Ich sehe keinen Grund dagegenzustimmen", meinte Florian Röthlein (Grüne). Er setzte allerdings durch, dass die Auslobung nur nach Genehmigung durch den Stadtrat herausgeht.
Einzig Norbert Schaub (SPD) stimmte gegen den Wettbewerb. Ihm fehlte ein extra Beschluss für den Umbau. Dass das Vorhaben im Haushalt eingeplant ist, reichte ihm nicht aus.