Damals, als sie noch nicht in Hammelburg wohnte, war Maria Rinecker jedes Jahr beim Höflesfest zu Besuch. Nun gehört sie selbst zu den Gastgebern.

Bereits zum zweiten Mal öffnet sie beim Höflesfest am kommenden Samstag den Hof des Rineckerhauses für das Publikum. Beim ersten Mal ist es gut angekommen, berichtet Maria Rinecker. Die Neugier lockte viele in ihren Innenhof. Schließlich zählt das Rineckerhaus zu einem der ältesten und markantesten Wohngebäude der Stadt.

Das Höflesfest macht solche spannenden Winkel der Altstadt öffentlich zugänglich. "Ich fände es schade, wenn das Fest einschlafen würde", sagt Rinecker. Daher mache sie auch in diesem Jahr mit. Das Helferteam ist bereits zusammengestellt und engagiert. Das Fest erfordere viel Vorplanung.


Viele Helfer sind notwendig

Wie viel Arbeit der Sommerabend mit Wein, gutem Essen und Musik für die Hofeigentümer bedeutet, weiß Angelika Beichel nur zu gut: Die Familie war von Anfang an dabei und gehörte zu dem Kreis, der das Fest mitangestoßen hatte. Seit 2004, seit es das Höflesfest gibt, öffnete die Familie Jahr für Jahr ihren Hof. Nur einmal setzte sie aus - den Grund kann Angelika Beichel schon gar nicht mehr nennen. Doch nun steigen die Beichels aus.

"Auch wenn es uns schon leid tut", bleibt der Hof zu. Aus familiären Gründen, wie Angelika Beichel mit Blick auf die Enkelkinder erklärt. Durch das Höflesfest seien die ersten zwei bis drei Wochen der Sommerferien immer mit den Vorbereitungen belegt gewesen. Die ganze Familie war beim Höflesfest eingespannt.

Sie bemühte sich jedes Mal aufs Neue, den Gästen kulinarisch etwas Besonderes zu bieten. Die Vorbereitungen und die Organisation seien von Jahr zu Jahr optimiert worden, weshalb Angelika Beichel bedauert, nun aufhören zu müssen. Der Hof der Beichels war bei den Höflesfest-Besuchern aufgrund der historischen Umgebung immer einer der beliebten.

Trotz der Arbeit, die das Höflesfest bedeutet, finden sich auch immer wieder neue Gastgeber. So ist am Samstag unter den sieben teilnehmenden Höfen das Wohnheim der Lebenshilfe in der Seelhausgasse neu mit dabei.

Das Höflesfest fällt mitten in die Urlaubszeit. Die Suche nach Helfern kann sich daher schwierig gestalten. Ohne die Bereitschaft zu viel Eigenengagement würde es das Fest nicht geben. Es ist jedoch bewusst auf Mitte August gelegt worden, weil die Zeit um Mariä Himmelfahrt herum relativ veranstaltungsarm ist. Eine Terminverlegung ist in der Runde der Verantwortlichen durchaus schon mal angesprochen worden, wie zu erfahren ist. Doch kommt sie realistisch betrachtet nicht infrage: Das Höflesfest ist mittlerweile eine feste Tradition. Der Termin Mitte August hat sich bei den Besuchern fest eingeprägt.


Der offizielle Beginn mit Begrüßung und musikalischer Umrahmung durch den MGV findet am Samstag, 15. August, um 18 Uhr auf dem Marktplatz statt. Einige Höfe bieten bereits ab 15 Uhr Kaffee und Kuchen. Außerdem organisiert die Touristinformation Führungen durch das Stadtmuseum Herrenmühle (10.30 Uhr), das Weingut Plewe (14 Uhr) und durch die Hammelburger Altstadt (16.30 Uhr).

HöfeIn diesem Jahr nehmen der Forstamtshof, der Brennereihof Fella, das Hotel "Deutsches Haus", das neue Lebenshilfe-Wohnheim, Weingut Müller, der Rineckerhof und der Hof der Einhorn Apotheke teil. Die Höfe bieten Schoppenweine und erlesene Weinspezialitäten Hammelburger Reblagen sowie regionale Speisen. Für die musikalische Unterhaltung sorgen Matthias Übel, die "Wasserlöser Pfannenflicker", Konrad Albert, das "Rhöner Blechle", "D.A.B. - Die andere Blasmusik", die "Stammtischmusi Ballingshausen" und Günter Haas alias "Mr. Cadillac". Die Künstler und Gruppen ziehen am Abend von Hof zu Hof.