Alle zwei Jahre gibt es das traditionelle Mühlenfest von Zellhans Dürrmühle in Obereschenbach, heuer zum achten Mal. Groß war am Samstag der Zulauf von Gästen, die auch weitere Anreisen für das Mühlenerlebnis in Kauf nahmen.
"Die Mühle ist bereits in vierter Generation meiner Familie in Besitz", erklärte Benno Zellhan während seiner Mühlenführung, die es im Stundentakt gab. Der Umbau mit Gerätschaften aus der alten Mühle sei 1950 erfolgt. Bis 1977 sei die Dürrmühle unter Leitung seines Vaters Waldemar Zellhan in Betrieb gewesen. Das Herzstück sind die Walzenmühlen aus massivem Gussstahl, die bei der Besichtigung noch einmal kurz in Betrieb genommen wurden. Die Besucher staunten über die Geräusche und das feine Mehl aus der massiven und alten Technik. "Theoretisch könnte ich den Mühlenbetrieb wieder aufnehmen, aber es würde sich finanziell nicht lohnen", sagte Zellhan. Und es sei mit harter körperlicher Arbeit verbunden, zum Beispiel wenn die schweren Säcke transportiert werden müssen.


Besucher beeindruckt

Ein freudiges Wiedersehen gab es mit Gottfried Manger, ehemaliger Müller aus Thulba. Der hatte 1958 seine Müller-Meisterprüfung zusammen mit Waldemar Zellhan und Michael Glos (CSU, Bundesminister a. D.) vor über einem halben Jahrhundert abgelegt. "Seit 1980 ist meine Mühle in Thulba geschlossen", erzählte Manger. Das Mühlrad habe sich bis vor kurzem noch im Mühlbach der Thulba gedreht, aber jetzt habe er es abbauen müssen, weil es kaputt war. "Mein Wasserrecht besteht aber noch", bestätigte Manger. Jederzeit könne er den Mühlbetrieb wieder aufnehmen.
Freilich hat sich Gottfried Manger auf seinen Besuch der Dürrmühle in Obereschenbach gefreut. Dafür hat er sich in seine originale Müllerbekleidung geworfen. Mitsamt der Müllermütze, bei der der Zipfel nicht fehlen darf. "Beim Anblick der alten Mühle geht mir das Herz auf", verrät er. Und dann schwärmt Manger zusammen mit Waldemar Zellhan von alten Zeiten, als die Mühlen noch klapperten.
Etwa zwei Dutzend Besucher wurden pro Führung eingelassen. Dann schloss sich die Eingangstüre der Dürrmühle. Benno Zellhan hatte am Samstag kaum ein paar Minuten für sich, dauerte so eine Führung doch rund eine Dreiviertelstunde. Die Besucher waren zutiefst beeindruckt und hatten große Achtung vor der aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts stammenden massiven Technik.
"Ab jetzt denke ich an die mühevolle Arbeit, die früher hinter einer Tüte Mehl steckte, wenn ich beim Einkauf in das Regal greife", sagte Irmgard Konrad, die mit ihren Kindern aus Schweinfurt anreiste. Die meisten Gäste aber kamen aus der näheren Region. Bei Mühlenbraten, Flammkuchen und kühlen Getränken, die von der Freiwilligen Feuerwehr gereicht wurden, genossen die Besucher das beschauliche Ambiente rund um die Dürrmühle. Und die Kinder freuten sich über die Rutsche, die für sie errichtet worden war.