Spannend war es bis zuletzt geblieben, ob der bisherige Ortssprecher als 73-Jähriger noch einmal dieses Ehrenamt wahrnehmen will. "Albert Trost braucht Kraft, Mut und schließlich auch das Lob von den Obererthalern", ermunterte Bürgermeister Ernst Stross (SPD), der die Wahl leitete. Gegenkandidaten tauchten nicht auf, nachdem Trost seine Bereitschaft mit den Worten äußerte: "Ich mache weiter mit und stelle mich im Interesse der Dorfgemeinschaft als Kandidat zur Wahl".
Herzblut floss reichlich. Und dies nicht nur in den Adern des harmoniebedürftigen, aber in der Sache äußerst konsequenten Ortssprechers Trost, der die Menschen in seinem schmucken Heimatdorf "lieber zusammenführen statt zu spalten" wünscht. Herzblut floss auch in den Adern des zum Monatswechsel scheidenden Bürgermeisters Stross, der jetzt wohl das letzte Mal in dieser amtlichen Funktion zu den Obererthalern sprach. Stross dankte Trost für dessen engagierten Einsatz im Stadtrat und dessen "gutes Miteinander mit höflicher Harmonie". Herzblut floss auch in den Adern der ansässigen Musikanten. Schnell eilten diese nach der Wahl heim und holten ihre Musikinstrumente, um als Kapelle der "Dorfmusik" Albert Trost mit einigen Märschen zu erfreuen.

Albert Trost ganz privat

"Meine Frau, zwei erwachsene Kinder, drei Enkel, die Gartenarbeit daheim, die Naturwanderungen, die Schönheiten der Rhön und die praktische Ausübung des christlichen Glaubens sind meine Hobbys", verrät Albert Trost der Zeitung. Er sei zwar in etlichen Vereinen Mitglied, aber dort nicht in Vorstandsfunktionen tätig. "Mein Herz schlägt für Obererthal", betont er immer wieder. Beeinflusst für seine erneute Kandidatur als Ortssprecher habe ihn nicht zuletzt auch die Historie von Konrad Adenauer (CDU), der nach dem Krieg im Alter von ebenfalls 73 Jahren noch Bundeskanzler wurde. "Meine persönliche Entscheidung zur Kandidatur habe ich erst am Vorabend der Wahl getroffen und ich brauchte im Vorfeld eine längere Bedenkzeit", verrät Trost.

Zielvorstellungen

"Ich genieße meine zeitliche Freiheit als Rentner ohne parteiliche Bindung und Fraktionszwänge", schätzt Albert Trost seine Unabhängigkeit hoch ein. Auf dieser Basis wolle er der Dorfzufriedenheit in Obererthal umso mehr dienen. Froh sei er über den kürzlich eingeweihten Radweg, der nach Thulba führt. "Das nutzt dem Tourismus und der heimischen Gastronomie genau so wie zum Beispiel der Hüttenweg, den ich auch befürworte", ließ Trost in seiner Dankesrede nach der Wahl durchblicken. Weitere Eckpunkte in Trosts Prioritätenliste sind das neue Feuerwehrauto, Bauhofangelegenheiten, die Dorfverschönerung einschließlich der Bildstöcke und schließlich auch die Sanierung der Heizung für die Dorfmusik.