Viele haben ihre ganz persönlichen Erinnerungen an das Kloster Altstadt mit in den Gottesdienst gebracht. Sie sind Freunde von Bruder Pius Pfaller, ehemalige Schüler des Knabenseminars oder wissen einfach nur, wie sie als Kind über die Saalewiesen rauf ins Kloster gelaufen sind.

Nun müssen sie von den Franziskanern Abschied nehmen. Es ist unausweichlich. Die Kirchenbesucher sprechen von einem "schmerzlichen" Einschnitt und davon, dass sie die Franziskaner vermissen werden. Denn die haben "tiefe Spuren im kollektiven Gedächtnis des Saale tals" hinterlassen, wie es Landrat Thomas Bold in seiner Ansprache formulieren wird.

Daher sind viele Gläubige, zahlreiche Priester aus der Region und Franziskaner aus anderen Klöstern zum letzten Gottesdienst in die Klosterkirche gekommen. Sie würdigen damit die letzten drei Franziskaner, Pater Bonaventura Kohlmann, Pater Dagobert Scharf und vor allem Bruder Pius Pfaller.

Jahrhundertelange Geschichte

Es ist ein geschichtlicher Moment, die Schließung bedeutet das Ende einer Ära: 1649 wurde das Kloster Altstadt zunächst als Wallfahrtsort zu Ehren der 14 Nothelfer gegründet. Über die Jahrhunderte war es nicht nur ein pastorales Zentrum, wie Pater Cornelius Bohl in seiner Predigt erklärt. "Wir sind nicht die Herren der Geschichte", sagt aber der Provinzial. Er spricht davon, dass man in Vertrauen auf Christus und Gott loslassen müsse.

Dann wendet sich der Provinzial direkt an Pater Pius: "Du hast deine Lebenskraft investiert und warst die Seele von Hammelburg. Es ist schwer für dich, das aufzugeben." Doch die Dankbarkeit vieler bleibe. Mit Applaus schließen sich die Kirchenbesucher an. "Wir sind schweren Herzens dabei, die Entscheidung der Franziskaner zu verarbeiten", meint Domdekan Prälat Günter Putz stellvertretend für das Bistum Würzburg. Der Gottesdienst solle aber kein Requiem sein. "Alles ist vorläufig, alles ist Auftrag, alles ist Dienst." Dekan Michael Krammer gibt den Ordensleuten den traditionellen franziskanischen Gruß "pax et bonum" mit auf den Weg.

Das Kloster und die Kirche sollen nun im Rahmen der Musikakademie eine neue Nutzung finden. Die vorbereitenden Gespräche stehen bereits an. Mit der Musikakademie ist das Kloster schon jetzt eng verbunden. Auch das ist ein Verdienst von Bruder Pius.