Aufgrund mehrerer Beschwerden von Anwohnern über polizeiliche Verwarnungen stand das halbmonatlich wechselnde Halteverbot in der Heinrich-Weber-Straße auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung. Der Rat erwog deshalb ein eingeschränktes Halteverbot auf nur einer Straßenseite. Jochen Huppmann riet, die bisherige Regelung zu belassen. Eine Änderung lehnte der Rat mehrheitlich ab. Huppmann monierte auch das Parken von Geschäftsfahrzeugen an der Winterleite/ Haarberg, das Autolenkern die Sicht nehme. Bürgermeisterin Patricia Schießer (CSU) will nun mit dem Besitzer ein Gespräch suchen.
Im Markt steht mit der Kanal-Anbindung aus der Bahnhof- zur Kissinger-Straße eine größere Baumaßnahme an. Die vom Büro Auktor erstellte Planung bewilligte der Gemeinderat einstimmig. Die Kosten für das Projekt betragen ohne Baunebenkosten knapp 600 000 Euro.

TV-Befahrung zeigt Schäden

Besagter Schmutzwasserkanal verläuft bislang über Privatgrund. Damit sind die Leistungsrechte nicht geregelt. Eine TV-Befahrung zeigte eine Vielzahl leichter, mittlerer und einige schwere Schäden im Rohrsystem, führten die Mitarbeiter des Planer-Büros aus. Zudem bestehe ein zu schwaches Gefälle in Richtung Torhaus, was dort zu massiven Ablagerungen im Rohrnetz führte.
Die Anbindung über die Ringstraße wäre zu weit. Deshalb führt der künftige Verlauf durch den Fußweg von der Bahnhof- in die Kissinger Straße. Aufgrund geologischer Untersuchungen will Auktor auf eine offene Bauweise verzichten und wählt in diesem Teilstück das Vortriebsverfahren. So will das Büro hier auch mit der Wasserleitung vorgehen.

Umlage auf Bürger wird geprüft

Die stillgelegten Kanäle werden verfüllt, das Kanalstück am Torhaus verbessert. Da auch die ohnehin schadhafte Kissinger Straße in Mitleidenschaft gezogen wird, schlug das Würzburger Planungsbüro einen bestandsorientierten Ausbau mit Entwässerung über die westliche Straßenseite vor. Der Fußweg wird im Zuge des Projekts Rollstuhl-gerecht ausgebaut. An der baulich in gutem Zustand befindlichen Wasserleitung will Auktor nur die Hausanschlüsse erneuern.
Elmar Hofmanns Anfrage nach Förderung konnte Bürgermeisterin Patricia Schießer (CSU) noch nicht abschließend beantworten. "Für den Straßenbau könnte die Städteförderung reifen, für den Kanalbau gibt es nichts. Eine Umlage auf die Anwohner wird noch geprüft doch ganz ohne geht es nicht", informierte sie. Auch für die Beweis-sicherung durch die Firma Thomas Henneberger zum Preis ca. 2800 Euro gab der Rat "grünes Licht".
Dem Antrag des Kommunalunternehmens Bad Kissingen für eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung zum Betrieb einer Behandlungsanlage für künstliche Mineralfaserabfälle - diesmal unterstützt von der Regierung von Unterfranken - verweigerte der Rat erneut mehrheitlich seine Zustimmung. Das Vorhaben wurde bereits im vergangenen Herbst abgelehnt. Hofmann argumentierte dazu: "Es wird immer öfter und mehr solches Material angefahren. Das belastet den Markt und die Bürger."
Abgelehnt wurde der Bau einer landwirtschaftlichen Maschinenhalle mit vorübergehender Tierhaltung durch Norbert Lippert an der Alten Kissinger Straße. Als Argument führte Schießer die eventuelle, spätere Wohnbebauung am Nordostrand des Baugebiets "Steinbruch" an. Sie will ein Gespräch über einen Alternativ-Standort vorschlagen. In eigener Sache genehmigte das Gremium den Anbau einer Unterstellhalle am Bauhof. Dem Umbau eines landwirtschaftlichen Gebäudes zum Einfamilienhaus durch Bauwerber André Herterich in Wirmsthal steht ebenfalls nichts im Wege. Gegen die Änderung im Rahmen der Neuordnung des Flächennutzungsplans der Stadt Bad Kis singen gab es vom angrenzenden Markt Euerdorf keine Einwände. Für die Türbeschriftung ihres Löschfahrzeugs muss die Freiwillige Feuerwehr Wirmsthal das offizielle Wappen Euerdorfs verwenden. Bestreben der Wehr war es offensichtlich das Wappen Wirmsthals zu etablieren. Gemeinderat Michael Röder ist nach mehrheitlichem Beschluss stellvertretender Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses.