Nicht zu ersten Male beschäftigte sich der Gemeinderat mit der Idee einer Photovoltaik-Anlage im Wirmsthaler Steinbruch. Die Altus AG, ganzheitlicher Anbieter im Bereich Erneuerbarer Energien, nahm mit einer Konzeptvorstellung den Faden wieder auf und bot eine Projekt-Entwicklung an unter Einbindung der Kommune und des Planungsbüros Dietz und Partner.
Altus-Kundenbetreuer Rudolf Wabra stellte seine Firma vor und die bisher von ihr geplanten Objekte in ganz Deutschland. Sein Plan ist es, in Euerdorf eine - später vielleicht eine zweite - Solaranlage zu errichten, die 750 Kilowatt Strom produziert. Bei einer Nutzungsdauer von 20 Jahren könnte die Produktion der Voltaik-Anlage um zwei mal fünf Jahre verlängert werden. Dafür wäre ein Pachtvertrag abzuschließen.
Der Wirmsthaler Gemeinderat Guntram Gock sprach in Erinnerung an den ersten, fehlgeschlagenen Versuch vor sechs Jahren die Belastung der Module durch Staub an. Dies sei heute durch die Weiterentwicklung keine Thema mehr, solange es sich um Staub oder Blütenstaub handelt, sagte Wabra. Die weitere Frage über die Untergrundbeschaffenheit beantwortete er mit vorgeschalteten Untersuchungen beziehungsweise Probebohrungen.
Weder gebe es Geländeveränderungen noch den von Elmar Hofmann angefragten, erweiterten Flächenbedarf. Jochen Huppmann erhielt die Auskunft, dass die Investitionskosten mit rund 600 000 Euro angesetzt sind. Details, wie den Pachtvertrag, behandelte der Marktgemeinderat im nichtöffentlichen Teil der Sitzung.
Eine Breitband-Analyse für Euerdorf und Wirmsthal präsentierte Joachim Först von Dr. Först Consult in Würzburg. Demnach gebe es in beiden Orten unterversorgte Teile. Interesse erweckte in diesem Zusammenhang die Förderung. Doch gibt es nur wenige Areale im Markt, die in diesen Genuss kommen. Es sind die Einhart-Schule, einige Haushalte in Wirmsthal und zwei Außenbezirke in Euerdorf, die nur über eine geringe Übertragungsrate verfügen. Sie sollen - relativ kostenträchtig - mittels Glasfaserkabel höhere Geschwindigkeiten erreichen. Darüber wäre mit dem Netzbetreiber zu verhandeln.
Die bestehende Versorgung nannte Först zwar ausreichend doch für künftige Anforderungen ungenügend. Mit rund 2,8 Millionen Euro schlägt der Glasfaserausbau zu Buche, der rund 18 Kilometer Leerrohre benötigt und 33 Kilometer Verbindungsrohre. "Der Tiefbau dauert Jahre", betonte er. Die Förderung angehend, riet er zur baldigen Antragsstellung, denn sie läuft im September des Jahres aus. Allerdings gibt es danach neue Fördermöglichkeiten. Förderfähig ist der Ausbau durch die Telekom.
"Deutschland hinkt auf diesem Sektor hinterher, hat aber ein gutes Kupferkabelnetz, das bedauerlicherweise nicht aktualisiert wurde", vermerkte der Fachmann. "Sollten sie sich dafür entscheiden, kann ich jedoch nicht versprechen, dass das Projekt in vier Jahren realisiert ist", fügte Först hinzu, der seinen Rat und seine Unterstützung anbot.
Im weiteren Sitzungsverlauf wählte das Ratsgremium Michael Roeder anstelle des verstorbenen Dietmar Büchners zum Stellvertreter für die Gemeinschaftsversammlung. Der Arbeitskreis "Kläranlage" erhielt mit Guntram Gock und Klaus Kaufmann zwei Stellvertreter. Der Rat billigte zudem eine Spende von 1000 Euro für die Gemeinde.
Information zu den Straßenausbaubeiträge in der aktuellen Situation regte Hofmann in der nächsten Sitzung an "um den kursierenden Gerüchten entgegenzutreten". Bürgermeisterin Patrizia Schießer versprach ein forciertes Vorgehen in dieser Sache doch sei es bis zu nachfolgenden Sitzung möglicherweise nicht zu schaffen.
Bernhard Herterich informierte den Rat über die Amtsniederlegung des Wirmsthaler Feuerwehrkommandanten. Ein neuer Kommandant wird gesucht.