Der kleine Pikser in den Arm tut nicht besonders weh. Fünf Milliliter Blut gelangen in das Probenglas. Die Menge entspricht etwa dem Bodensatz eines Schnapsglases. Schon zu Beginn der Typisierungsaktion zu Gunsten der leukämiekranken Sarah am Sonntagmorgen gab es eine lange Schlange vor dem Gebäude.

Die 15-Jährige leidet unter Blutkrebs und braucht dringend eine zu ihrem Blutbild passende Stammzellenspende. Groß war der Andrang der Testpersonen, deren Zahl 1775 Personen betrug. Schon gegen Mittag waren es 500. Die immense Werbung für diesen Termin in den Medien und auf 80.000 Flyern hat ihre Wirkung offensichtlich nicht verfehlt. Hinzu kamen noch die Ankündigungen per Handy, Facebook und Twitter.

Gespendet wurde in der Auraer Festhalle "Am Hahn" nicht nur eine kleine Blutprobe für die Analyse, sondern auch Geld, damit die Aktion der Typisierung bezahlt werden kann. Denn pro Untersuchung und Datenerfassung werden trotz der rund 150 freiwilligen Helfer 50 Euro Labor- und Registrierungskosten fällig. Nicht wenige Spender brachten gleich einen Geldschein für die Kostenabdeckung ihrer eigenen Typisierung mit. Die Rotkreuz-Bereitschaft Bad Kissingen stellte den Löwenanteil der Helfer. An der Spitze der Auraer Helfer stand Tina Kaiser.

Chance auf passenden Spender ist gering

Die Chance, einen Spender mit passenden Gewebemerkmalen zu finden, gleicht einem Haupttreffer im Lotto. "Dennoch will ich schauen, ob ich helfen kann, und deshalb bin ich heute zur Typisierung erschienen", sagt Richard Wehner vom Kaiserhof Oberthulba voller Überzeugung. Denn je größer die Datenbank der Getesteten sei, desto größer sei auch in Zukunft die Wahrscheinlichkeit, einen geeigneten Spender für weitere Fälle zu ermitteln. Die bundesweite Leitung der Typisierung liegt in den Händen der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS).

"Ich unterstütze die Aktion solidarisch", ist Christine Weipert jetzt das erste Mal beim Typisieren. "Es kann schließlich jeden eine solche Krankheit wie Leukämie treffen", meint sie. Man kenne Sarah persönlich und wolle gern helfen. Unter den Typisierungsspendern sind auch die Hammelburger Michael und Hacky. "Ich habe selbst eine 15-jährige Tochter und fühle mit", sagt Michael. "Keine Frage, da bin ich dabei", sagt Hacky.

Viele spendeten auch Geld

"Mein Dank gilt auch den vielen Geldspenden, ohne die diese Typisierungsaktion nicht geleistet werden könnte", sagt Organisatorin Rabea Karthoff von der DKMS-Gesellschaft, als sie den 1000-Euro-Scheck von den Lions Hammelburg/Bad Brückenau entgegen nimmt. Der Elternbeirat der Staatlichen Realschule Bad Kissingen überreichte einen Scheck in Höhe von 1800 Euro. Renate Graser, die Führerin in der historischen Auraer Klosterkirche, hatte aus ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit 400 Euro gesammelt. 700 Euro spendete die Pfarrgemeinde Aura. Weitere Spenden kamen von den Firmen aus der Region. Insgesamt kamen über 35000 Euro zusammen.

"Der Solidaritätsgedanke ist nicht ungewöhnlich für die Dorfgemeinschaft Aura", freut sich Bürgermeister Thomas Hack (CSU / Bürger für Aura): "Bei Sar.". Auch der Gemeinderat stehe voll hinter einer solchen Aktion, bestätigt sein Stellvertreter Alfred Graser (CSU / Bürger für Aura).