Sarah sitzt in der Schule. Genauer, in der neunten Klasse der Realschule in Hammelburg. Gerade wird Grammatik in Englisch unterrichtet. Ein ganz normaler Schultag. Und gerade diese Normalität ist es, die für die 15-Jährige aus Aura etwas ganz Außergewöhnliches ist: Im April des Vorjahres erhielt Sarah die schreckliche Diagnose: Blutkrebs. Ab diesem Tag war nichts mehr so, wie es sein sollte.

Voller Dankbarkeit

Auch jetzt ist es immer noch nicht so wie früher. Die während der Krankheit ausgefallenen Haare wachsen langsam wieder nach und verleihen der Jugendlichen ein fröhlich frisches Aussehen, fast so, als wäre die Frisur gewollt. Dabei waren die 13 Monate der Krankheit alles andere als fröhlich. Dass Sarah jetzt wieder zu einem Stück Normalität zurückkehren kann, verdankt sie einem Stammzellen-Spender: "Eine einzige Person wurde gefunden, die mit meinen Blutwerten optimal übereinstimmte. Wer diese Person ist, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass sie aus Polen kommt. Vielleicht lerne ich denjenigen oder diejenige einmal persönlich kennen, dem ich so viel zu verdanken habe. Aber nicht nur meinem Spender, meiner Familie und den Freunden, die mir in der schweren Zeit immer zur Seite standen, die Typisierungsaktion, die in unserem Ort durchgeführt wurde, die Uniklinik in Würzburg für die gute und effektive Behandlung: Allen möchte ich Danke sagen!"

Es war eine schwere Zeit

Nach Feststellung der Krankheit wurde die Jugendliche zunächst mit einer Chemo-Therapie behandelt. Nachdem diese nicht den gewünschten Erfolg brachte, war klar: Hier greift nur eine Stammzelltransplantation.

"Es hat gedauert, bis der geeignete Spender gefunden wurde. Deswegen gab es in unserem Dorf auch eine Typisierungs-Aktion. Nachdem aber dann ein Spender mit den passenden Stammzellen gefunden wurde, befand ich mich vom 19. Januar bis zum 25. Februar in stationärer Behandlung. Ich war froh, dass in dieser Zeit meine Familie da war. Ich durfte keinen Besuch erhalten, um das Immunsystem nicht zusätzlich zu belasten. Es war eine schwere, aber auch hoffnungsvolle Zeit. Am 27. Februar bekam ich dann meine Stammzellen.

Nach 100 Tagen und einer erneuten Knochenmarkpunktion durfte ich wieder unter Menschen. Und ich durfte wieder alles essen, was ich wollte", erzählt die Jugendliche. Sarah ist wieder gesund. Die Transplantation war erfolgreich.

Sarah kann man nur bewundern. Trotz ihrer Erkrankung hatte sie nie den Mut verloren, keine Sekunde daran gedacht, dass das Ende vielleicht kein gutes sein könnte. Sarah blickte konsequent nach vorn, in die Zukunft - nach der überstandenen Krankheit noch etwas konsequenter. Sie weiß, worauf es ankommt.

"Ich wünsche allen ebenso an Leukämie Erkrankten, allen Erkrankten, dass sie den Mut nicht verlieren und für ihre Gesundung kämpfen. Ich bin sehr froh und dankbar, dass bei mir alles so gut gelaufen ist. Es ist schön, wieder zur Normalität zurückzukehren, dass ich mich wieder mit meinen Freundinnen treffen und auch wieder zur Schule gehen kann."

In Bayreuth kämpft der zwei Jahre alte Emil mit Blutkrebs. Am 7. Juni findet eine Typisierungsaktion statt.