Umweltschützer und Politiker rufen derzeit dazu auf, sich als Unterstützer des Volksbegehrens "Artenvielfalt & Naturschönheit in Bayern", Kurzbezeichnung "Rettet die Bienen!", in die Listen einzutragen, die seit Donnerstag, 31. Januar in den Rathäusern der Städte und Gemeinden ausliegen. Damit es zur Abstimmung kommt, müssen sich eine Million Wähler in die Listen eintragen. Das ist jetzt zwei Wochen lang bis zum 13. Februar möglich. Vertreter der ÖDP, der Grünen, der SPD und von Naturschutzverbänden wie dem Landesbund für Vogelschutz oder dem Bund Naturschutz wollen durch das Bürgerbegehren, die Bayerische Landesregierung dazu bewegen, für blühende Landschaften zu sorgen, um den Schwund der Artenvielfalt zu stoppen.

Im Rathaus Bad Kissingen "war den ganzen Morgen gut was los", sagt Tanja Schottdorf, Leiterin der Bürgerbüros, um die Mittagszeit. Zwischendurch bildeten sich gar immer mal Schlangen, bis alle Formalien erledigt waren. Doch das nahmen die Unterzeichner gelassen in Kauf. Nachmittags stand mal "gefühlt ein ganzer Bus" im Bürgerbüro. Bis dahin hatte sich 140 von 17 573 Stimmberechtigten eingetragen.

"Es waren sogar schon gestern Leute da, die mussten wir leider noch mal wegschicken", berichtet Justiziar Joachim Kohn. Um auch in den Stadtteilen Eintragungsmöglichkeiten vor Ort anzubieten sei zusätzliches Personal erforderlich. "Das ist zwar nicht zwingend vorgeschrieben, aber wir heißen nicht nur Bürgerservice, wir leben ihn auch", sagt Kohn. Zudem hätten Mitarbeiter Plakate und Hinweisschilder entworfen und mit Bienen verziert, das mache das Thema greifbarer.

Der frühe Vogel...

Früh aufgestanden für die Bienen sind einige Bad Bockleter Bürger, die sich bereits früh am Donnerstagmorgen im Rathaus einfanden, um als Erstunterzeichner des Volksbegehrens "Rettet die Bienen" die Notwendigkeit des umfangreichen Natur- und Artenschutzes zu unterstreichen, wie es in dem Begehren gefordert wird. Hier gibt es - wie in einigen anderen Rathäusern - sogar zusätzlich Öffnungszeiten für die Eintragung im Rathaus.

Und auch der Bürgermeister des Marktes Burkardroth, Waldemar Bug (ödp), ist erfreut, als er um 12 Uhr mittags bereits 66 Eintragungen melden kann. "Das sind bei knapp über 6000 Wählern über ein Prozent; wenn es so weitergeht, erreichen wir die geforderten zehn Prozent im Markt Burkardroth", verkündet er einen fulminanten Start. Gemeinsam mit Geschäftsleiter Gerhard Zeller und Matthias Kleinhenz, der Vorsitzende des Imkervereins Wollbach und Bienensachverständiger für den Landkreis Bad Kissingen, aus Waldfenster gehörte er selbst zu den ersten, die in Burkardroth ihre Unterschrift geleistet haben.

In Nüdlingen hatten sich mittags 26 Einwohner eingetragen. Eher ruhig ist es im Mottener Rathaus angelaufen. Hier meldet Verwaltungsfachangestellte Kathrin Bös zur Mittagszeit lediglich zwei Eintragungen. Peter Heil vom Ordnungsamt Wildflecken kann zu dieser Zeit bereits rund 15 Eintragungen vermelden. "Es scheint Interesse zu geben", meint er auf Nachfrage. Rund 2300 Bürger dürften sich hier für das Volksbegehren eintragen, kurz nach 8 Uhr morgens sei bereits der erste da gewesen.

Im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft Bad Brückenau (Mitgliedsgemeinden Geroda, Oberleichtersbach, Riedenberg und Schondra) lief die Eintragung ruhig an, antwortet Marina Bayer vom Einwohnermeldeamt am Nachmittag auf die Anfrage der Zeitung. Seit 13 Uhr sei es von den Eintragungen her mehr geworden. Besonderheiten gab es keine.

Bei der Verwaltungsgemeinschaft Maßbach hatten sich am frühen Nachmittag insgesamt 46 von 5467 Stimmberechtigten eingetragen. Davon waren 38 aus Maßbach (3650), drei aus Rannungen (946) und fünf aus Thundorf (871). In Münnerstadt hatten sich am Spätnachmittag insgesamt 108 der 6300 Stimmberechtigten in die Listen eingetragen, informierte Marina Härder als Leiterin des Bürgerservice.

Punkt 8 Uhr stand auch in Hammelburg der erste vor der Tür, berichtet Stefan Stöth, Leiter des städtischen Ordnungsamts. Dort hatten am Nachmittag bereits 110 der knapp 9000 Wahlberechtigten für das Volksbegehren unterschrieben. Acht Unterschriften waren in Wartmannsroth zu verzeichnen. Insgesamt 19 Unterschriften meldete Ingrid Loh von der Verwaltungsgemeinschaft Euerdorf, zu der neben Euerdorf auch Wirmsthal, Ramsthal, Aura und Sulzthal gehören, wo 3576 stimmberechtigt sind. Im Markt Oberthulba gab es am Nachmittag insgesamt 32 Unterzeichner, bei 4059 Stimmberechtigten. Bei der Verwaltungsgemeinschaft Elfershausen hatten sich nachmittags 13 in Elfershausen und drei aus der Gemeinde Fuchsstadt eingetragen.

Infobox:

Werbung für den Eintrag beim Volksbegehren "Rettet die Bienen" machen verschiedene Veranstaltungen. Die Rathäuser bieten zusätzliche Öffnungszeiten, um auch abends und am Wochenende Eintragung zu ermöglichen. Genaue Informationen dazu gibt es online auf den jeweiligen Homepages.

Info-Abend Das Aktionsbündnis des Volksbegehrens, bestehend aus ÖDP, LBV, den Grünen, dem Bund Naturschutz und dem Imkereiverband, veranstaltet am Freitag, 1. Februar, um 19 Uhr im Hotel Rhöner Land in Oberthulba eine Infoveranstaltung. Referent ist mit Dr. Andreas von Lindeiner ein deutschlandweit angesehener Ornithologe. Er spricht über die Lage der Natur in Bayern, über das Naturschutzgesetz und seine Chancen.

Info-Stände Das Aktionsbündnis zum Volksbegehren Artenvielfalt hat in Bad Kissingen mehrere Infostände geplant. Dort können sich alle Bürger über das Volksbegehren "Rettet die Bienen" informieren. Mitglieder des Aktionsbündnisses werden für Fragen zur Verfügung stehen. Die Termine sind: Donnerstag, 7. Februar, von 14 bis 17 Uhr am Marktplatz; Samstag, 9. Februar, von 10 bis 12 Uhr am Marktplatz; Dienstag, 12. Februar, von 10 bis 12 Uhr am Rathaus. - Am Samstag, 2. Februar, von 10 bis 12 Uhr und am Mittwoch, 6. Februar, von 9 bis 12 Uhr können sich Bürger am Hammelburger Marktplatz über das Volksbegehren "Rettet die Bienen" informieren. Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen stehen für Fragen zur Verfügung.

Zielsetzung Es geht darum, dass sich vom 31. Januar bis 13. Februar mindestens zehn Prozent der Stimmberechtigten in Bayern für die Unterstützung des Volksbegehrens aussprechen. Gelingt das, kommt es heuer noch zum Volksentscheid, außer der Landtag übernimmt den Gesetzesentwurf unverändert.