Die Rhön schmeckt! Dies bewiesen kürzlich die Gemeinden Bischofsheim, Fladungen, Oberelsbach und Ostheim (alle Landkreis Rhön-Grabfeld) sowie Hammelburg und Wartmannsroth (Landkreis Bad Kissingen) mit Erfolg in einem vom bayerischen Ernährungsministerium ausgeschriebenen Wettbewerb. Seit dem Frühjahr dürfen sich die sechs aus der Rhön zu den "100 Genussorten Bayerns" zählen und wollen künftig mit dieser Auszeichnung und der Vielfalt ihrer kulinarischen Spezialitäten für sich und die Rhön werben.

Eine erste Gelegenheit zur gemeinschaftlichen Werbung unter dem Veranstaltungsmotto "Premiumstrategie für Lebensmittel" wird das 7. Bayerische Genussfestival vom 10. bis 12. August auf dem Münchner Odeonsplatz sein, wo an drei Tagen wieder bis zu 20 000 Feinschmecker erwartet werden. Dort wollen die Rhöner dann Ostheimer Leberkäs und Oberelsbacher Wurst vom Rhönschaf mit Fladunger Bauernbrot aus dem Steinbackofen oder Hammelburger Dätscher aus Roggenbrotteig zum Verkosten anbieten.

"Eigentlich sind wir viel breiter aufgestellt", betonte der Bischofsheimer Bürgermeister Georg Seiffert, "doch für das Festival haben wir Besonderheiten ausgewählt." Der Ausschank von Kreuzbergbier und Wartmannsrother Whisky wurde von den Münchnern allerdings untersagt. "Die Angst vor unserer guten Ware war wohl zu groß", vermutete Landrat Thomas Habermann (Rhön-Grabfeld). "Mit unseren Getränken können die Münchner nicht mithalten."

Habermann würdigte die Auszeichnung zu bayerischen Genussorten: "Dahinter steckt großes Engagement der Landwirte und Lebensmittelhandwerker." Die in privaten Kleinbetrieben hergestellten Produkte "haben zweifellos eine Superqualität im Vergleich zur industriellen Massenware", machte er den Unterschied deutlich und betonte: "Individualität des Geschmacks ist etwas Besonderes."

Sein Bad Kissinger Amtskollege Thomas Bold erinnerte an die Einführung der Dachmarke Rhön vor 15 Jahren. "In der Vermarktung der Regionalität waren wir damals der Zeit weit voraus." Seitdem sei es ein Trend geworden. Inzwischen habe man überall erkannt, dass Regionalität auch Identität bedeutet.

"Diese Auszeichnung ist ein hervorragendes Zeugnis für die Qualität unserer Produkte", sagte Bold. Alle sechs Orte hatten ihre Teilnahme am Wettbewerb nicht als Konkurrenten, sondern "gemeinsam auf Augenhöhe als Wettbewerb unserer Region" verstanden, versicherte Birgit Erb, Bürgermeisterin von Oberelsbach. "Wir bilden jetzt eine Genuss-Perlenkette entlang der Rhön."

Diese "Perlenkette" aus sechs Genussorten wird von der touristischen Dachgesellschaft Rhön GmbH bereits mit speziellem Internet-Auftritt und einer Broschüre beworben und soll nach Ansicht von Geschäftsführer Thorn Plöger nur ein erster Schritt und "der Start für weitere Aktionen" sein. In seiner Aufforderung an andere Ortschaften in der Rhön, "jetzt Vergleichbares zu schaffen", unterstützte ihn Landrat Bold: "Es gibt sicher noch andere Gemeinden bei uns, die Genussorte sein könnten. Eine solche Auszeichnung ist nicht nur Werbung nach außen, sondern auch identitätsstiftend nach innen."

Zu einer ersten identitätsstiftenden Veranstaltung lädt der Genussort Wartmannsroth am Samstag, 4. August, ein. Bei seinem "Genuss-Open-Air" werden 14 örtliche Hersteller, darunter fünf Brenner, ihre kulinarischen Spezialitäten den Besuchern zur Verkostung und zum Kauf anbieten. Weitere, auch gemeinschaftliche Auftritte soll es in Zukunft geben, stimmt GmbH-Geschäftsführer Thorn Plöger mit Oberelsbachs Bürgermeisterin Birgit Erb überein. Auch die Gründung einer neuen Kooperation zur Bündelung der Kräfte sei langfristig vorstellbar. In allen Aktivitäten solcher Art sieht Landrat Bold "eine Ergänzung zur Dachmarke Rhön und eine Stärkung schon bestehender Marketing-Initiativen".