Während andernorts wie zum Beispiel in Bad Brückenau, Gemünden oder Würzburg sich Ortsverbände auflösen, ist der Hammelburger über die Jahre auf 96 Mitglieder angewachsen und stellt damit die größte Seniorengruppe Unterfrankens. "Das kommt nicht von ungefähr", dankte die zweite Vorsitzende Anni Misch dem rührigen Vorsitzenden Anton Leiber für dessen tolles Engagement. "Er ist ständig für uns auf Achse", lobte sie den Busfahrer Leiber und erinnerte an die schönen monatlichen Ausflüge. Auch im Vorfeld der Versammlung holte Leiber jene Mitglieder ab, die schlecht zu Fuß sind.
"Es sind die guten Freundschaften, die ich im Kreise unserer Senioren fand, die Harmonie und der Gemeinschaftssinn", freut sich Lina Reuß. Ähnlich wie Ingeborg Sommer gehört sie zu den ältesten Mitgliedern im Saal. "Als Frau kann ich stets voller Vertrauen zum BRH gehen", ist Sommer überzeugt. Gemütlich wurde es, als Gerd Winter zum Akkordeon griff und man das von Martha Scherpf und Max Merck gedichtete Lied sang: "Ein schönes Fest steht heute an, wir feiern Jubiläum. Man kann´s kaum glauben, doch schnell sind diese 60 Jahre rum. So lange gibt es den Verein, wir bringen diese Kunde. Darum ladet viele Freunde ein in diese schöne Runde!"
In weiteren Strophen ging Scherpf auf die Werte Besinnung, Beschaulichkeit und Fernweh ein. Sie erinnerte an schöne Reisen mit dem Leiber-Bus in die Rhön und den Spessart, in das Erzgebirge, in den Schwarzwald und nach Tirol. Auch der jährliche Fasching in Pfaffenhausen und das Weihnachtsfest fanden im Lied ihre Ehrenplätze.
"Mir sind viele Gesichter bekannt", überbrachte Bürgermeister Ernst Stross (SPD) seine Glückwünsche zum 60-jährigen Jubiläum in die Seniorenrunde. Der BRH biete sowohl die Hilfe zur sozialen Absicherung der Rentner als auch das fröhliche Miteinander mit Begegnungen über die Ortsgrenzen hinweg.
"Der Lebensabend wird schöner durch die harmonische Gemeinschaft im BRH" wies die Bezirksvorsitzende Lydia Rath ebenfalls auf die Busfahrten hin. Der Leere im Ruhestand sei mit solchen Aktivitäten etwas Schönes entgegengesetzt worden.
Der Ortsverband Hammelburg sei beispielhaft, gratulierte BRH-Landesvorsitzender Rolf Mittelbach, der aus Traunstein anreiste. Vorläufer des BRH sei vor 90 Jahren der Pensionistenbund gewesen. In der Not nach dem ersten Weltkrieg habe dieser den Bedürftigen mit dem Grundgedanken zur Selbsthilfe in den Bereichen Essensversorgung, Kranken- und Sterbekasse geholfen. Eine Wiederholung habe es nach dem zweiten Weltkrieg gegeben. "Ohne Ehrenamt wäre unsere Gesellschaft erheblich ärmer", stellte Mittelbach fest.
Nur einen kleinen Auszug aus der Ortschronik des BRH zitierte Elisabeth Reuter. Zu Zeiten, als es noch keinen Fernseher, keine Pille, keine EC-Karte, keinen Computer und kein Handy gab, gründete sich der Hammelburger Ortsverband am 2. Mai 1952. Der Vorsitzende war damals ein Reichsbahnsekretär a. D. namens Halbig. Ihm folgten in dieses Ehrenamt 1954 A. Boll, 1958 Ludwig Reinhard, 1964 Karl Schmidt, 1967 Hermann Reich, 1978 Oswald Weidel, 1988 Cäcilie Kundmüller und 2006 Martha Scherpf. Seit 2008 führt Anton Leiber den Vorsitz. Die Ehrennadeln in Gold aufgrund ihrer zehnjährigen Mitgliedschaft erhielten Marie Luise Fürst, Eleonore Prokein, Gertrud Stosiek, Barbara Tumbach und Emma Vogler.