Dort, wo einst der längst abgerissene innere Verbindungsbau des Luitpold bades stand, sind zwei Neubauten für das Archiv und die Heizung aus dem Boden gewachsen. Direkt hinter der Spielbank steht ein weiterer Neubau als künftige Heimstatt für die Trafostation und die Müllsammelstelle für Spielbank und Behördenzentrum.
"Mit den beiden Querbauten nehmen wir Bezug auf den früheren Seitenflügel", sagt Erwin Full vom Staatlichen Bauamt. Dieser historische Seitenflügel sei zwar ein durchgehendes Gebäude gewesen, doch so viel Platz brauche man heute nicht mehr. So sind zwei Einzelgebäude entstanden. Der Zwischenraum lässt zudem vom Hof aus den Blick auf den Südflügel frei und kann bei Veranstaltungen Bühne dienen.

Spannende Sache

Die Errichtung der beiden Gebäudeteile "war eine spannende Sache", fährt Full fort. Laut Gutachten ist der Boden unter dem Innenhof des Luitpold ba des äußerst schwammig. Ohne spezielle Gründung würden sich die Neubauten setzen, am Altbau wären die Anschlussbereiche in Mitleidenschaft gezogen worden.
Die Lösung waren 50 Betonpfähle, jeder rund 16 Meter lang und mit einem Durchmesser von 20 Zentimetern. Diese Pfähle reichen bis hinunter auf den Fels. "Gerade bei den Gründungen war das Wasserwirtschaftsamt immer dabei, damit die Heilquellen nicht geschädigt werden", betont Erwin Full.
Verkleidet sind die Neubauten mit Betonfertigteilen in einem grünlichen Farbton, die auf den grünen Sandstein des Altbaus Bezug nehmen Die Fassaden sind weitgehend geschlossen, da Archiv und Heizung keine Dauer-Belichtung brauchen. Hinzu kommen eine Treppenanlage und ein Lift, die sowohl Neu- als auch Altbau erschließen. Wobei die beiden neuen Innenflügel dreistöckig sind, während die Seitenflügel des Luitpoldbades nur zwei Etagen haben. Doch so hohe Geschosse wie im Altbau sind schon alleine wegen der Heizkosten nicht mehr wirtschaftlich.
Zum Innenhof, der später auch für Veranstaltungen genutzt werden soll, ziehen sich an den beiden Neubauten Betonpfeiler nach oben, die laut Full den Eindruck einer Kolonnade bieten sollen.

Entkernung geht weiter

Nachdem die beiden neuen Gebäudetrakte als Rohbau fertig sind, folgen nun der Innenausbau und der Einzug der Flachdächer. Doch auch an anderer Stelle schreitet der Umbau des historischen Bades zum Behördenzentrum planmäßig voran. So geht die Entkernung der Altbau-Seitenflügel weiter (wir berichteten), im hinteren Teil des Westflügels ist bereits ein neuer Boden eingezogen.
"Wir sind beim Bauzeitplan und be den Kosten voll im Soll", versichert Erwin Full. Fertig gestellt sein soll das Behördenzentrum im Frühjahr 2017. Bis dahin wird der Umbau rund 37 Millionen Euro gekostet haben.