Mehr als einmal ist es schon sehr knapp gewesen. Dann sind die Leitkegel durch die Luft geflogen. "Wer einmal auf der Autobahn war und sieht, mit welchen Geschwindigkeiten an den Unfallstellen vorbei gefahren wird, der ist froh, wenn man so etwas hat", sagt Kommandant Jürgen Bruckmüller. Und Bürgermeister Helmut Blank (CSU) fügt hinzu: "Es geht um die Sicherheit meiner Leute." Um zu vermeiden, dass Einsatzkräfte bei einem Unfall selbst verletzt oder gar getötet werden, hat die Stadt Münnerstadt einen neuen Verkehrssicherungsanhänger gekauft.

Die Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehren haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Münnerstadt verfügt über eine der vier großen Stützpunktfeuerwehren im Landkreis Bad Kissngen. Natürlich bei Bränden, vor allem auch bei Unfällen müssen sie raus. Seit dem 17. Dezember 2005 gehört die A 71 auch zujm Einsatzgebiet.
Während sich die Mitglieder der Feuerwehren um Brände oder eingeklemmte Insassen kümmern, sind für die Absperrung der Unfallstelle eigentlich die Straßenmeistereien in Rödelmaier und Bergrheinfeld zuständig, erläutert Jürgen Bruckmüller. "Bis die da sind, kann schnell einmal eine Stunde vergehen."

Außerhalb der Dienstzeiten müssen die Mitarbeiter erst alarmiert werden und zu ihrer Meisterei und weiter zur Unfallstelle fahren, tagsüber müssen sie möglicherweise erst eine Baustelle auflösen, um zur Unfallstelle fahren zu können. In der Zwischenzeit behelfen sich die Feuerwehren selbst und stellen Leitkegel auf. Und die sind den Feuerwehrleuten schon mehrfach um die Ohren geflogen, wenn wieder einmal ein Autofahrer mit 200 Stundenkilometer an die Unfallstelle heranrast oder ein Lkw-Fahrer versucht, in Schlangenlinien an den Hindernissen vorbeizukommen. "Da kann man was erleben", sagt der Kommandant. Für die Helfer vor Ort sei das natürlich sehr gefährlich. Der neue Anhänger bringe Sicherheit für alle Einsatzkräfte, also beispielsweise auch für die Polizisten. "Und wenn erst einmal einer unter die Räder kommt, dann würde es heißen, hätten wir doch nur den Anhänger gekauft."

Pflichtaufgabe der Stadt

Die Feuerwehr sei eine Pflichtaufgabe der Stadt. Das betone er immer wieder, sagt der Bürgermeister. Er habe gar keine andere Wahl, als den Verkehrssicherungsanhänger zu beschaffen. Der kostet übrigens 15 000 Euro, wobei ein Drittel vom Freistaat zugesteuert wird. Wenn der Bürgermeister von "seinen Leuten" spricht, um deren Sicherheit es gehe, dann meint er das im doppelten Sinne. Dazu zählen nämlich inzwischen auch sieben Mitarbeiter des Bautrupps, die tagsüber mit zu den Einsätzen fahren.

Vier Wochen ist der neue Verkerssicherungsanhänger nun im Einsatz und drei Mal haben ihn die Münnerstädter Feuerwehrleute bereits mit zu Unfällen genommen. Benutzt wird er nicht nur auf den Autobahnen, sondern auch auf Bundes- Staats- und Kreisstraßen, wie Jürgen Bruckmüller erläutert. Inzwischen hat die Leitstelle in Schweinfurt den neuen Anhänger mit in ihren Einsatzplan aufgenommen. "Es kann auch einmal vorkommen, dass nur der Anhänger angefordert wird."

Solidarprinzip

"Wenn die Einsatzstelle ruft, dann muss die Feuerwehr raus", betont der Bürgermeister. Dabei gehe es auch um das Solidarprinzip. Hier werde beispielsweise auf der Autobahn Menschen von außerhalb geholfen. Im Gegenzug können einem Münnerstädter ganz woanders etwas passieren. Der erwarte dann natürlich auch Hilfe.
Die Stadt berechnet 19 Euro pro Stunde und Person bei einem Einsatz. Zahlen muss das die Versicherung des Unfallverursachers. Im Normalfall kommt die Stadt damit hin. Schwierig wird es, wenn Lohnausfall hinzukommt. "Dann zahlen wir drauf", so Helmut Blank.