Henrik van Rijn hatte bisher keine Erfahrung, auf der Bühne zu stehen - abgesehen von einem Gedichtvortrag in der Schule. Ein Glück für den Neunjährigen ist, dass er bei den Dreharbeiten für den neuen Bad Kissinger Imagefilm nicht auf der Bühne, sondern vor der Kamera stehen musste: "Den Dreh fand ich leicht", sagt er. "Ich war an fünf Drehtagen mit dabei."

Henrik ist einer von 54 Bad Kissinger Laiendarstellern, die der Schweinfurter Produzent Max Kidd gecastet hatte. Kidd soll die Kurstadt mit modernem, frischem Gesicht in Szene setzen. Eine spannende Sache, findet Henrik und schwärmt:. "Das waren die coolsten Sommerferien überhaupt."

Die 13-jährige Kaya Wöhning hat ebenfalls eine größere Rolle in dem Film gespielt und ist von der professionellen Arbeit des Teams um Kidd begeistert. "Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viel Aufwand für zwölf Minuten fertigen Film getrieben wird. Das ist der Wahnsinn", staunt die Gymnasiastin immer noch. "Wir waren manchmal von morgens bis abends am Set. War aber nicht schlimm, man hat einfach die Zeit vergessen."

Kaya findet Schauspielerei faszinierend. Sie ist Mitglied im Schultheater und will auch später auch Schauspielerin werden. "Ich habe viel gelernt, zum Beispiel, dass man die Kamera vergessen soll und so tun, als ob sie gar nicht da wäre."

Henrik hingegen hat sich als Schauspieler beworben, weil er einfach neugierig war, wie es hinter den Kulissen eines Films zugeht. "Die Drehorte waren spannend. Ich war noch nie im Schlachthof oder im Tower am Flugplatz", sagt Henrik.

Kidd hat die Aufnahmen mittlerweile gesichtet und lobt die Arbeit der meist sehr jungen Darsteller. "Die meisten hatten keine schauspielerische Erfahrung. Das merkt man den Bildern aber nicht an." Der Dreh ist seit Mitte August abgeschlossen. Derzeit befindet sich das Rohmaterial im Schnitt. "Der Filmtrailer ist fast fertig", sagt Kidd. Eventuell müssen einzelne Szenen nachgedreht werden. Er geht davon aus, dass der Film bis Anfang Oktober fertig wird. Dann kann er auf DVD gepresst werden.

Ein Termin, an dem der Film öffentlich gezeigt wird, steht noch nicht fest. "Die Präsentation wird im Spätherbst stattfinden", teilt Michael Wieden mit. Der städtische Wirtschaftsförderer hat bereits einige Ausschnitte angeschaut und sich davon überzeugen lassen: "Jeder, der das Rohmaterial gesehen hat, war begeistert, weil Bad Kissingen auf eine Art präsentiert wird, die man so nicht erwartet hätte", sagt er. Kidd ist mit dem Verlauf der Dreharbeiten zufrieden. "Wir haben uns vorher keine Gedanken gemacht, was alles schief gehen könnte", sagt er. "Wir hatten immer das Gefühl, dass alles gut funktioniert."

Weil dem Filmemacher kein großes Budget zur Verfügung stand, wurden die Einstellungen nicht bis ins letzte Detail durchgeplant. Dem Team blieben mehr Freiräume beim Filmen, so dass sie sich die schönsten Bilder vor Ort aussuchen konnten. Damit hat Kidd gute Erfahrungen gemacht. "Ich fand es erstaunlich, was Bad Kissingen an besonderen Orten zu bieten hat", sagt er. Es sei nie schwer gefallen, interessante Einstellungen zu finden.
Auch Henrik hat schon eine Szene gezeigt bekommen und freut sich auf den fertigen Film. "Ich fand's schön", sagt er. Kaya hat sich noch nicht an den Gedanken gewöhnt, auf Film zu sehen zu sein. "Als ich eine Szene gesehen habe, hatte ich richtig Herzklopfen", sagt sie.

Rund um den neuen Imagefilm

Dreh Das Material wurde an zehn Tagen aufgenommen, die letzte Klappe fiel am 6. August. 20 Stunden wurden gedreht.

Schauspieler 54 Bad Kissinger aller Altersgruppen wurden gecastet.

Handlung Bad Kissinger begeben sich auf die Suche nach einem geheimnisvollen Ring. Sie lernen ihre Heimat aus anderen Blickwinkeln kennen.

Präsentation Ein Premierentermin steht nicht fest, angepeilt ist der Spätherbst. Der Film soll öffentlich auf Portalen wie You-Tube zur Verfügung stehen. Zudem soll er bei Gästebegrüßungen gezeigt und Hotels wie auch Busunternehmen angeboten werden.