Schon in seiner Kindheit spielte die Musik eine große Rolle für Fritz Müller aus Weißenbach. "Meine Eltern waren sehr musikalisch und wir fünf Kinder sangen zeitweise schon dreistimmig," erinnert sich Müller schmunzelnd. Sein Interesse an musikalischen Klängen und Instrumenten wuchs im Laufe der Jahre immer mehr. Als Kind lernte er Knopfharmonika, Schifferklavier und wenig später Klavier und zusätzlich noch Orgel. Viele Jahre lang engagierte er sich in den Kirchen Weißenbach, Detter und Heiligkreuz als Organist.

Nicht Frust, sondern Lust

Auch ins Chorleben fand Müller sich schnell ein, bereits in seiner Jugend sang er aktiv mit und wurde sogar zum Leiter auserkoren. "Es macht mir unheimlich viel Freude, mein musikalisches Wissen und Können weiterzugeben", schwärmt Müller von seiner Arbeit. Die meisten Chor-Neulinge seien noch nicht mit Noten vertraut und hätten keinerlei Vorkenntnisse. "Aber das macht überhaupt nichts! Es ist eine tolle Aufgabe, ihnen das alles beizubringen und zu sehen, wie sich ihr Talent entfaltet. Man könnte es mit einer Blume im Frühling vergleichen, die erst langsam wachsen muss, um dann zu erblühen."

Deutlich ist zu spüren, dass dies alles für Fritz Müller nicht nur irgendeine Aufgabe ist. Er ist mit Leib und Seele am Werk und er findet: "Man darf so etwas nicht als Last empfinden, sonst hat man keinen Erfolg. Nur wenn man wirklich sein Herzblut hineinsteckt, macht es Spaß und trägt Früchte." Fritz Müller führte eine Zimmerei und ein Sägewerk in dritter Generation, das er jetzt an seinen Sohn weitergegeben hat. Trotz der vielen Arbeit im Betrieb und der zusätzlichen Büroarbeit, die er selbst verrichtete, fand er immer noch die Zeit, sich seiner Leidenschaft - dem Chor - zu widmen.

Der regelmäßige Kontakt mit anderen Chören und das Herumkommen bei Konzerten gefallen Müller. In Franken und Hessen ist er mit den Chören immer wieder unterwegs, die Musiker laden sich gegenseitig ein und besuchen sich. Ihm mache es Spaß, sich mit anderen Musikfreunden auszutauschen und bei ihnen dieselbe Leidenschaft für Musik, die er selbst teilt, zu entdecken.

Wenn alle dabei sind, spürt Müller das

Um schließlich Dirigent zu werden, besuchte Müller zahlreiche Wochenend-Lehrgänge. Aber nicht alles kann man in der Theorie erlernen, manches kommt erst durch die Praxis: "Es sind ganz unterschiedliche Gefühle, die durch den Gesang verbreitet werden. Manchmal fühlt man richtig, dass alle mit vollem Herzen dabei sind. Das ist eine ganz tolle Stimmung, die da in der Gruppe entsteht."

Müller ist auf seine Sänger stolz. Er selbst gibt sich eher bescheiden. Die zahlreichen Auszeichnungen, die er schon erhalten hat, bewahrt er in einem Kästchen auf und auch die meisten Urkunden sind in einer Schublade verstaut. "Ich bin kein Mensch, der das so nach außen trägt," sagt er und fügt hinzu: "Musik hat einfach etwas mit Gefühlen zu tun, die kann man nicht beschreiben. Darum geht es, und nicht darum allen zu zeigen, was man für Auszeichnungen erhalten hat."

An seine Familie hat Müller das musikalische Talent zweifellos weitergegeben: "Mein Sohn ist in der Hinsicht genauso wie ich, er hat sehr viel Arbeit mit der Firma, aber für die Musik nimmt er sich trotzdem Zeit." Auch die Enkelin erbte Müllers Geschick: Sie ist Organistin in der Kirchengemeinde.