Dr. med. Antonius Lülf ist seit vielen Jahren als Gastroenterologe (Spezialist für Magen-Darm-Erkrankungen) in Bad Kissingen niedergelassen. Er wird mit bald 75 Jahren seine Tätigkeit beenden.

Alles begann im Münsterland. Dort wuchs Antonius Lülf auf, ging zur Schule, machte 1963 sein Abitur, lernte seine spätere Frau kennen, und begann mit 19 Jahren sein Medizinstudium, zunächst in Münster, später in Freiburg und Wien. Sein Staatsexamen legte er 1969 ab. Zunächst arbeitete er als Assistenzarzt in Coesfeld und als Stabsarzt bei der Bundeswehr, bis er 1973 nach Bad Kissingen zog. Hier erweiterte er seine Kenntnisse in der Kalk-Klinik, später als Oberarzt im jetzigen Leopoldina Krankenhaus Schweinfurt, bevor er sich 1979 als Internist mit Schwerpunkt Gastroenterologie niederließ.

Die meisten werden seine Praxis im "Preußischem Hof" in der Bismarckstraße noch kennen. 2001 stieß seine Tochter Almut dazu. Sie arbeiteten zu zweit, bis 2008 Stefan Sorgenfrei das Team erweiterte. 2012 zog die Praxis an den Berliner Platz um. Erst in den letzten drei Jahren arbeitete Dr. Antonius Lülf Teilzeit und zog sich ein wenig aus dem Praxisbetrieb zurück. Ab 1. Oktober 2018 wird er seine Tätigkeit nach fast 50 Jahren ganz beenden. Für ihn wird der Gastroenterologe Dr. med. Michael Melchers - bis dato Oberarzt im Leopoldina Krankenhaus Schweinfurt - nachrücken. Somit wird die von ihm gegründete Praxis in seinem Sinne weitergeführt.

Vollblut-Mediziner durch und durch

Man kann Antonius Lülf ohne Einschränkung als Vollblut-Mediziner beschreiben. Seine Arbeit mit den Patienten hat ihm immer großen Spaß gemacht. Er war an den Menschen mit ihrer individuellen Persönlichkeit interessiert. Mit großem Engagement versuchte er, sich für ihre Bedürfnisse einzusetzen und ihnen als zuverlässige Dienstleistung eine gute und moderne Medizin zu bieten. Bis zum Schluss erweiterte er sein Wissen regelmäßig durch Fortbildungen, blieb up-to-date, dabei aber trotzdem selbstkritisch und bescheiden.

Jahrelang leitete Lülf den onkologischen Zirkel im Landkreis Bad Kissingen, Rhön Grabfeld und Schweinfurt. Ihm war der kollegiale Austausch sehr wichtig. Privat möchte er nicht viel über sich erzählen. Aber fast jeder weiß, dass er stolzer Vater von sechs Mädels ist, von denen zwei als Ärztinnen arbeiten. Zu seinen Hobbies zählen neben seinem Hund unter anderem Geschichte, Lesen, Garten, Kunst und Musik. Sein persönliches Schlusswort lautet sicher: "Schön war's!"