"Vor zehn Jahren hat ihn noch niemand gekannt; kein Wunder, er spricht ja auch fast nix. Das Reden überlässt er zumeist seiner Freundin Amanda. Doch mittlerweile ist er, durch Auftritte in "Fastnacht in Franken" einem Millionenpublikum bekannt und heute machen sie hier bei uns eine "Bauchlandung"!", kündigte Bernhard Back, ein Organisator des Neuschter Kulturzaubers Sebastian Reich, wie Pierre Ruby, der vielseitige Unterhaltungskünstler aus Würzburg im richtigen Leben heißt, an.

Bis auf den letzten Platz war die Alte Aula besetzt. Mit viel Düsengeheule und dem Kulissen-Flair eines Airports und Düsenjet auf der Bühne, startete die "AirManda", die für Witz, Humor und bester, kurzweiliger Unterhaltung bekannte Fluglinie mit Chefpilot Pierre Ruby und, ohne die geht nix, Chef-Stewardesse Amanda.

Zwischenlandung in Fridritt

Der Flug sollte eigentlich von Mürschdt nach Rio de Janeiro gehen, doch unvorhergesehene Zwischenlandungen in Pirmasens, Seubrigshausen und Friiiidritt sorgten für viele Turbulenzen, Überraschungen und grenzenlos-komische Situationen. Da konnte sich der Pilot noch so abmühen, sowie die Chef-Stewardess Amanda in ihrem schicken Kostüm auftauchte, stand er nur noch im Hintergrund. Dabei ging doch gar nichts ohne ihn, auch wenn die Hippo-Dame das nicht so recht zugeben wollte. Obwohl: Als Pierre Ruby mit kratziger Stimme sich für den Frosch im Hals entschuldigte, konterte Amanda schlagfertig: "Bei mir steckt ne ganze Hand drinnen!"

Mit dem datenschutzfreien Publikumstest "Wer ist aus Mürschdt"; dem Hinweis, dass bei einer Notlandung immer zuerst die Chef-Stewardesse aussteigen dürfe; Kotztüten nicht an Bord seien und die Toiletten jetzt mit Drehkreuz a la Sanifair ausgestattet sind (70 Cent müssen schon sein!), Wurde den Passagieren, sprich Publikum, gleich klargemacht, was auf sie zu kommt. Freches Geplauder aus des Bauchredners Mund und Schlund; Schlagfertigkeit auf alle Situationen; Parodien auf Künstlerkollegen; Gesangseinlagen, sogar im Duett; das umwerfend komische Gedankenleser-Spiel mit Assistentin Isabella aus dem Publikum; Lästereien über‘s Publikum; der ewige Machtkampf zwischen Handpuppe und Herrchen - es kam keine Minute Langeweile oder Routine auf.

Weil ja die gut proportionierte Amanda auch ab und zu mal ausruhen, bzw. sich um notwendige Reparaturen an der Bord-Unterhaltungselektronik kümmern musste, konnte Pierre Ruby dem Publikum weitere "Gesprächspartner" vorführen.So den farbigen Bordtechniker, der lieber im Satchmo-Stil als Sänger fungierte; den stimmungswütigen Esel namens Esel; ein noch nicht angebissener Donut mit rollenden Augen aus der Lunch-to-go - Tüte; dem fuchsigen Sachsen-Ronny "von Drieben" samt Begrüßungsgeld-Hunderter, Banane und einem Stück Kabel der Bordelektronik in der Reisetasche - alles wenig mundfaule, urige Zeitgenossen, die in unwahrscheinlich schnellem Stimm- und Sprechwechsel vom Bauchredner und Stimmkünstler Ruby gehandhabt und zum Leben erweckt wurden.

Helmut hat es ihr angetan

Ganz aus dem Häuschen geriet Amanda z. B. jedes Mal, wenn sie auf der Bühne zugange war und des "Heelmuuut's" ansichtig wurde, (Bürgermeister Helmut Blank hatte es der lebensfrohen Chefstewardess und Single-Nil pferddame offensichtlich angetan) Amanda, die schmachtend und aggressiv flirtende den "Heeelmuut" anmachte. Ja, bis es dann passierte: "Der hat mich geküsst! Ham mir Sagrotan da?"

Als technische Pannen das Bordprogramm verhinderten, mussten Meister Ruby und seine Mitstreiter spontan improvisieren und agieren - und das gelang so vorzüglich, als gehörte das einfach zum Programm. Nur Amanda konnte sich natürlich die Frage "Iss scho widder alles verreckt?" nicht verkneifen. Das Publikum wurde immer wieder ins Programm mit eingebaut, durfte Singen, sich an der Gestaltung eines Rollenspiels beteiligen. Als es Amanda sich am Schluss nicht verkneifen konnte und Ruby aufforderte. "Mach mich naggich!", kochte der Saal. Fast, aber nur fast ganz nackt präsentierte sich die kesse Nilpferddame ("Ich bin zur Zeit Single!!!") dann im Copa Cabana - Kostüm; eine Augenweide der besonderen Art. Auf jeden Fall farbenfroh, schadenfroh und mit dem kessen Lächeln um den großen Mund - Amanda; die weiteren Protagonisten und Pierre Ruby hatten die Herzen der Zuschauer wie im Fluge erobert.