Jahrelang ging gar nichts im Brückenauer Jugendzentrum (JUZ), nun herrscht wieder Leben in der Bude. Am Freitag wurde das JUZ offiziell eingeweiht. Viele Gäste waren gekommen, darunter auch der Kreisjugendpfleger Martin Pfeuffer. "Ich kenne das JUZ seit 21 Jahren. Wenn hier wieder was los ist, freut uns das", sagte er zufrieden.
Zunächst erwartete die Gäste ein riesiges Kuchenbuffet. Zum Teil haben die Jugendlichen die Leckereien selbst gebacken, oder eben auch "die Mami". An den Wänden hängen Bilder von den umfangreichen Bauarbeiten. Die Jugendlichen haben selbst mit angepackt. "Mädchen wie Jungs scheuen keinen Dreck", stellte Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) fest. Fast 30 Mitglieder hat der Verein schon, alles junge Leute. "Wir haben jetzt aber auch Anträge ausgedruckt, da kann jeder Mitglied werden", sagte Lukas Dill, der Vorsitzende der Brückenauer Jugendbewegung.



Jugend packte mit an
Stadtrat Dirk Stumpe ist schon lange für die Jugend aktiv. Als Jugendreferent verfolgte er den Niedergang des alten JUZ. "Dass eine kleine Gruppe von Jugendlichen den Mut findet, das finde ich sehr bemerkenswert", sagte Stumpe über das Team um Lukas Dill, das das JUZ in eigener Regie wiederbelebt hat. "Ohne euch hätte kein Kreisjugendring, kein Stadtrat und ich schon gar nicht das geschafft, was hier geschafft worden ist", würdigt Meyerdierks in ihrer Dankesrede den Einsatz der Jugend. Danach übergab sie symbolisch einen übergroßen Schlüssel - den das Faschingsprinzenpaar unlängst zurückgegeben hatte - an Lukas Dill.
Im Hintergrund lehnte Boris Höttinger, Jugendsozialarbeiter der Stadt, lässig an der Wand mit einem glücklichen Lächeln auf dem Gesicht - anders kann man es nicht sagen. Höttinger unterstützt das JUZ, ist aber nicht ausschließlich dafür zuständig. Im Sommer wird der Streetworker viel draußen unterwegs sein, eben da, wo die Jugendlichen abhängen. "Ich möchte Vertrauen aufbauen", sagt der Brückenauer. Ihm sei wichtig, nicht als Spitzel oder verlängerter Arm des Jugendamtes wahrgenommen zu werden. Denn genau das ist er nicht.

Der lange Weg zum JUZ
Die Eröffnung war als Tag der offenen Tür geplant. Leider folgten nicht allzu viele Bürger der Einladung der Jugendlichen. Andrea Werner und Manuela Klawitter haben es aber gewagt. Die Mütter haben selbst noch kleine Kinder. "Die werden ja auch irgendwann zu Jugendlichen", sagten sich die beiden und zogen los.
Am Ende wurde es dann noch richtig emotional. Mit einem scheppernden Geräusch legte Lukas Dill den Riesenschlüssel auf dem Rednerpult ab. Dann dankte er seinen Freunden, mit denen er das Ganze aufgebaut hatte. "Nur wenige sind dabei geblieben, als Laura Sommer das vor zwei Jahren angefangen hat", beschreibt Dill den langen Weg zum JUZ. Die vielen Sachspenden aus der Bevölkerung hätten gezeigt, "dass auch den Erwachsenen der Stadt daran liegt, dass die Jugend wieder ein gemütliches Zuhause hat".
Das JUZ ist montags, dienstags und freitags von 15 bis 20 Uhr geöffnet. Boris Höttinger hat montags (14-18 Uhr), dienstags (14-17 Uhr) und freitags (14-20 Uhr) Sprechzeit.