In Anwesenheit einer großen Delegation aus der burgenländischen Landeshauptstadt wurde am Vorabend des 68. Rakoczyfestes mit einem Festakt im Rossini-Saal das 40-jährige Bestehen der Partnerschaft zwischen Eisenstadt und Bad Kissingen gefeiert. Höhepunkt war die Verleihung von Bürgermedaillen und Ehrenzeichen an Bürgerinnen und Bürger beider Städte, die sich während der vier Jahrzehnte für die Belebung der Städtefreundschaft eingesetzt haben.
Gemeinderäte und Stadträte beider Kommunen, Mitarbeiter beider Verwaltungen sowie viele um die Städtefreundschaft verdiente Bürgerinnen und Bürger beider Städte begrüßte Bad Kissingens zweiter Bürgermeister Anton Schick. Besonders hob er die Anwesenheit damaliger Stadträte des Jahres 1978 hervor - "jenes Jahres, in dem unsere Partnerschaft begann". Im Vergleich mit Köln (24 Partnerstädte) und Linz (18) sei Bad Kissingen mit nur drei Partnerstädten recht "klein, aber fein". "Bei uns geht eben Qualität vor Quantität", leitete Schick den einstündigen Festakt ein.
Nach 40 Jahren der Städtefreundschaft "fühlen wir uns in Bad Kissingen zuhause", würdigte Eisenstadts Bürgermeister Thomas Steiner die langjährige Partnerschaft. "Heimat ist nicht nur dort, wo du geboren bist, sondern auch dort, wo du dich wohlfühlst." Die zum Festakt und zum Rakoczyfest aus dem Burgenland angereiste Delegation bestehe "nicht nur aus Kissingen-Profis, sondern auch aus vielen Neulingen". Dadurch werde "die Kontinuität unserer Partnerschaft gesichert". Die Freundschaft zwischen beiden Städten zeichnet sich nach Steiners Eindruck dadurch aus, dass sie nicht nur auf politischer Ebene, sondern immer wieder durch Bürgerinnen und Bürger sowie Vereine neu belebt wird. "Viele persönliche Freundschaften sind in 40 Jahren entstanden", sagte Steiner. Gerade in heutiger Zeit mancher schwieriger Herausforderungen für die Europäische Union "gewinnen kommunale Partnerschaften als eine Art lokaler Außenpolitik besondere Bedeutung". Die Freundschaft zwischen beiden Städten verglich Eisenstadts Bürgermeister mit einem Baum, der in vier Jahrzehnten gut gewachsen ist und starke Wurzeln bekommen hat. Wichtig sei es, auch in Zukunft diese Beständigkeit und Lebendigkeit zu erhalten.
Nach der Eurovisionsfanfare, gespielt von der Eisenstädter Stadt- und Feuerwehrkapelle, ging auch Bad Kissingens Oberbürgermeister Kay Blankenburg auf die aktuelle Situation innerhalb der EU ein und würdigte im Vergleich dazu das ausgeprägte Wir-Gefühl in der Partnerschaft und die vielfältigen Gemeinsamkeiten beider Städte. "Es gibt vieles, was uns verbindet. Deshalb schauen wir voll Freude in die Zukunft und lassen uns diese Freude von der großen Politik nicht nehmen." Eisenstadt sei eine Landeshauptstadt, Bad Kissingen ein Weltbad. "Wir spielen zwar auf verschiedenen Bühnen, aber in derselben Liga." Nach 40 Jahren sei die Partnerschaft beider Städte in Hochform. "Wir halten weiterhin im Auge, was uns verbindet."
Nach einigen Auszeichnungen mit Eisenstädter Ehrenzeichen und Bad Kissinger Bürgermedaillen sowie dem Eintrag beider Stadtoberhäupter ins Goldene Buch der Kurstadt dankte Bad Kissingens dritter Bürgermeister Thomas Leiner allen Beteiligten und Verantwortlichen, die zum Fortbestand der Städtepartnerschaft beigetragen haben. Er verglich dies mit einer erfolgreichen Ehe: "Nach 40 Jahren feiern wir die Rubinhochzeit und sind auf gutem Weg zur Kronjuwelenhochzeit." Der Festakt endete mit den Nationalhymnen beider Länder sowie der Europahymne, Beethovens "Ode an die Freude".
Mit Ehrenzeichen der Stadt Eisenstadt wurden folgende Kissinger ausgezeichnet: Katrin Albert, Ex-Stadtrat Otto Funck, Jenny Gräf, Liane Keßler und Bürgermeister Anton Schick
Mit Bürgermedaillen der Stadt Bad Kissingen wurden folgende Eisenstädter ausgezeichnet: Ex-Stadtamtsdirektor Kurt Fleischhacker, Stadtrat Hans Skarits, Bürgermeister Thomas Steiner, Stadtbezirksvorsteher Josef Weidinger und Martha Zeltner