Man muss sich seinen Erfolg jedes Jahr verdienen. Von alleine kommt er nicht. Ausdauer ist gefragt, die Nachhaltigkeit, etwas Gutes zu tun und sich dann nicht auf dem Erfolg auszuruhen. Hermann Laudensack hat diese Dinge verinnerlicht. Wer im "Guide Michelin", der Bibel der Gourmets, einen Stern haben möchte, der muss ihn sich verdienen.
Hermann Laudensack im "Parkhotel" in Bad Kissingen hat ihn sich verdient. In 2012 nicht zum ersten Mal, nein zum 20. Mal hintereinander erhielt er mit seiner Mannschaft "den Stern" im Guide Michelin. "Vor 20 Jahren waren es in ganz Deutschland gerade einmal 162 Restaurants, die sich mit einem bis drei Sternen schmücken durften, heute sind es mit 255, so viele Lokale wie noch nie", erzählt Hermann Laudensack. Den Standard muss man immer weiter entwickeln, sagt er, "das ist ähnlich einem Auto". "Die heutigen Autos", dreht er seinen Vergleich weiter, "sind auch nicht besser als vor zehn Jahren. Nur anders".

Ein Aushängeschild

Stolz ist der "Patron", wie sich Laudensack gern selbst nennt, natürlich auch im 20. Jahr auf seinen Stern, "auch wenn die Gäste aus der Provinz dafür allein nicht ausreichen". Aber, der "Michelin-Stern" ist ein Aushängeschild für die Region und so kommen Gäste, selbst aus dem Ausland, die bereit sind, dafür etwas mehr auszugeben.
"Ohne entsprechendes Hotel wäre auf Dauer kein Stern zu halten", da ist sich Hermann Laudensack sicher, vor allem weil er, im Gegensatz zu vielen seiner kochenden Kollegen, keinen Sponsor, keine große Hotelkette, im Hintergrund hat. Drei Köche und drei Azubis arbeiten in der Küche unter Leitung von Chefkoch Frederik Desch, aber - und darauf legt Laudensack sehr großen Wert - "neben einer sich ständig weiter entwicklenden Küche gehört auch der gesamte Hotel- und Servicebetrieb mit dazu". Und so wird auch Restaurantchef Thomas Hüttl mit einbezogen.
Küche, Hotel und Restaurant von "Laudensacks Parkhotel" sind ein Alleinstellungsmerkmal für die gesamte Region Unterfranken, sagt er, und blickt Richtung Main, wo noch drei weitere "Sterne-Restaurants" beheimatet sind. Und noch etwas verrät der "Patron": Der Trend geht hin zum kleinen Feinschmeckerlokal, das der gestresste Gast für einen Kurzurlaub aufsucht, um sich in einer legeren Atmosphäre ohne Trubel und Veranstaltungen verwöhnen zu lassen. So findet man auch in Laudensacks Parkhotel keinen Veranstaltungsraum, dafür aber mehr Gemüse auf der kleinen und feinen Karte. "Wir sind nicht die vegetarischen Köche geworden, aber wir legen sehr viel Wert auf Gemüse", so Hermann Laudensack. Frisch und knackig, wie der Elan des Chefs, pardon, des Patrons.