So ganz hat er sich noch nicht daran gewöhnt, dass sein Papa einmal im Jahr eine neue Rolle einnimmt - die des Nikolaus'. "Es ist lustig, dass er sich so verkleidet", sagtJannis.

Zum zweiten Mal ist Christian Fischer aus Bad Kissingen heuer der Nikolaus. Für den "Kontaktpunkt" der katholischen Pfarrei stattet er morgen drei Familien einen Besuch ab. "Es macht Spaß und ist für eine gute Sache. Man bringt den Leuten Freude ins Haus", sagt der 43-jährige Bauingenieur. Die Nikolausaktion des Kontaktpunkts findet heuer zum vierten Mal statt. Zehn Nikoläuse sind heute und morgen in Bad Kissingen und Umgebung unterwegs, um 35 Familien - und vor allem den Kindern - eine Freude zu bereiten.

Und der Nikolaus ist nicht von gestern. Er geht mit der Zeit und ist für die Eltern per E-Mail erreichbar. "Ich bin ein moderner Nikolaus", scherzt Fischer. Und vor allem ist er der "echte" Nikolaus. Den wünschen sich immer mehr Menschen zurück. Das weiß auch Bernd Keller, Leiter des Kontaktpunkts: "Die Leute wollen wieder wahre Werte, nicht Warenwerte." Dennoch finde eine "immer größere Kommerzialisierung und Entritualisierung" des Nikolaustages statt. Nikoläuse stehen schon im September im Regal, auf Weihnachtsmärkten läuft der Weihnachtsmann - und nicht der Nikolaus. "Wir basteln uns die Dinge heute so, wie wir sie gerne hätten. Das nimmt den Wert des eigentlichen Festes", bedauert der Ehe- und Familienseelsorger. "Es ist alles entzaubert, das nimmt die Spannung, die ganze Faszination."

Entspannung für Spannung

Beim Kontaktpunkt werden jedenfalls auch die Nikoläuse beschenkt. Als Dankeschön bekommen sie Gutscheine von der "KissSalis"- Therme: "Die Nikoläuse sorgen für Spannung und kriegen dafür Entspannung", scherzt Bernd Keller.
Gespannt ist auch Jannis. Er und sein Bruder stellen ihre Stiefel heute Abend wie jedes Jahr vor die Haustür, damit der Nikolaus, ihr Papa, sie befüllen kann.