"Zweigeschossiges Gebäude mit Flachsatteldach", so beschrieb die Denkmalliste das Turniergebäude in der Au. Und genau dieses Flachsatteldach ist es, das dem Eigentümer, der Stadt Bad Kissingen, Probleme bereitet. Immer wieder lässt es Regen durch. Und das bedeutet Folgeschäden. Doch eine Sanierung des Daches würde rund 100 000 Euro kosten.
Schon seit Jahren schlägt das Hochbauamt zu den Haushaltsberatungen die Dachsanierung vor. Bislang vergeblich.
Gedeckt ist das Dach mit Brettern, darauf liegt Bitumenpappe, sagt der Leiter des Hochbauamtes, Hans Bauer: "Sobald es irgendwo hereinregnet, wird wieder etwas draufgepappt." Doch das könne nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Zumal sich an der Balkenkonstruktion dort, wo es reinregnet, schnell modernde Stellen zeigen.
Schon 2008 wurde mit Hilfe eines Statikers eine Bestandsaufnahme gemacht, damals musste eine Reihe von Holzbalken ersetzt werden. Nun wird ein Baubuch erstellt, in dem alle Details zum Turniergebäude festgehalten werden. Dazu wurde erneut eine Statikerin beauftragt, deren Bericht in zwei bis drei Monaten vorliegen dürfte. Schon jetzt ist sich Hans Bauer aber sicher: "Statisch ist das Gebäude noch in Ordnung."
Heruntergekommener EindruckDafür schwächelt die Optik, und das gewaltig. Rund um die zum Flugplatz zeigende Aufschrift "Bad Kissingen" bröckelt und bröselt es, hebe sich die dünnen Holzplatten. Die Tribüne macht einen - vornehm ausgedrückt - rustikalen Eindruck. Das Turniergebäude sieht zur Au hin äußerst ungepflegt aus. Keine Werbung für Bad Kissingen bei den mehreren hundert auswärtigen Fliegern, die jährlich in der Au landen. Eben so wenig für die Besucher des Reitturniers.
Dabei wurde schon einiges getan, um das Äußere des Gebäudes wenigstens etwas aufzupeppen. So wurde zusammen mit dem Reiterverein die Fassade zur Straße hin neu gestrichen. Die Farbe stellte die Stadt, Mitarbeiter des Servicebetriebs griffen zusammen mit Mitgliedern des Vereins zum Pinsel. Das Gerüst stellte ein Sponsor auf.
Hans Bauer fasst die Situation so zusammen: "Das Dach sollte unbedingt gemacht werden." Es soll ursprünglich eine Bleiverblechung gehabt haben. In Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege wäre eine Blech- oder Kupferblech-Eindeckung denkbar. Laut Denkmalamt sollte dieses dann rot oder grün gestrichen werden. Denn auch im Ursprungszustand war das Dach gestrichen - in welcher Farbe, das lässt sich laut Bauer mangels kolorierter Postkarten nicht mehr sagen.
Aber auch der Bereich um den Schriftzug gehöre hergerichtet."Die Schrift sollte gemacht werden," sagt Bauer. Doch auch hier müsste ein Gerüst her, und das koste gleich ein paar Hundert Euro.
Entscheiden muss der Stadtrat. Wie Hans Bauer versicherte, wird das Turniergebäude auch bei den nächsten Haushaltsberatungen ein Thema sein.


Unter Schutz und teils verpachtet:
Eigentümer Das Turniergebäude stammt aus dem Jahre 1922 und ist im Besitz der Stadt. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Pächter Während die Tribüne nur beim alljährlichen Reitturnier genutzt wird, sind die Ställe im Untergeschoss an den Betreiber der Postkutsche verpachtet. Den angebauten Tower hat der Fliegerclub von der Stadt gepachtet.